1000 Segler um die Insel

21. Mai 2002 - Rund 150 Yachten und mehr als 1000 Segler nahmen zum Pfingstwochenende Kurs auf die Insel Helgoland: Die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) der Seesegler und der Klassiker Nordseewoche luden zum sportlich-spannenden Maifest rund um den Roten Felsen ein. Für die ambitionierte Cracks geht es zum sechsten Mal seit 1995 um die begehrten Seesegeltitel, für alle anderen Segler mit Spaß am Regattasport geht es um Punkte, Prestige und begehrte Preise. Die Langstrecke "Rund Skagen" dauert heute noch an. seglermagazin.de gibt die wichtigsten Ereignisse und Ergebnisse wieder.

Schnelle Manöver im Strom der Tide – Nordseewoche 2002 (Foto www.nordseewoche.org)

Die IMX 40 Yacht von Dirk Neukirchen (DYC) errang bei der IDM der Seesegler den dritten Platz. Sie musste sich der siegenden "Alice" von Volker Kriegel (IMX 45) und der zweiten "Babs" (Swan 45) von Thomas Jungbluth geschlagen geben.

Leichte Winde sorgten vor Helgoland für einen eher verhaltenen Endspurt der diesjährigen Nordseewoche. Während die knapp 40 Yachten der Nordseewoche-Wertung pünktlich ab 9.00 Uhr in das traditionelle Streckenrennen um Helgoland und die Düne starteten, bereiteten sich die Teilnehmer der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Seesegeln östlich der Düne auf die letzten Wettfahrten ihrer Serie vor. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,5 Punkten ging die "Alice" von Volker Kriegel (Kiel) vor der "Lot.jonn..." (Dirk Neukirchen/Düsseldorf) in die Rennen der Wertungsgruppe IMS 1. Die spät zu Ende gegangene letzte Wettfahrt des Vortages brachte viel Bewegung in das zwischenzeitliche Gesamtergebnis der Meisterschaft. Die "Babs" mit Skipper

Thomas Jungblut (Hamburg) konnte sich auf den dritten Platz vorarbeiten,

während die "Transit-Express" mit Nils Springer (Arnis) die gleichmäßigen

guten Ergebnisse der Vortage nicht halten konnte und mit Rang fünf in die

letzten Wettfahrten ging. Bei den kleineren Yachten in der Gruppe IMS 2-4

konnte die "Hanseatic Lloyds" mit Segelmacher Albert Schweitzer (Bremen) an

Bord trotz eines Tagessieges in der letzten Wettfahrt ihrer Favoritenrolle

nicht ganz gerecht werden und startete hinter der Lollipop von Jan Hinrichs

(Kiel) aus der zweiten Position in den Schlußtag.

Es kam wegen der leichten Winde lediglich eine Wettfahrt zustande, die vor allem die Taktiker auf den Booten stark beanspruchte. "Eine spannungsgeladene, typische Leichtwind-Wettfahrt auf der Nordsee mit dominanter Strömungskomponente," so Lehnert. Mit insgesamt fünf Wettfahrten gab es für die Teilnehmer kein Streich-Ergebnis im Endklassement - ein Umstand der besonders die vorderen Yachten der Wertungsgruppe IMS 2-4 betraf.

In der Gruppe der größeren Yachten siegte dann die "Babs" mit Skipper

Thomas Jungblut (Hamburg) vor der Gesamtsiegerin "Alice" (Volker Kriegel,

Kiel) und der "Varuna" (IMX 45 - Jens Kellinghusen, Hamburg), die während der

gesamten Serie immer besser in Schwung kam. Mitfavoritin "Lot.jonn..." von

Dirk Neukirchen (Düsseldorf) landete dann auf dem enttäuschenden siebten

Platz und rutschte auf Gesamtrang drei ab.

Vorjahressiegerin "Lollipop" von Jan Hinrichs (dehler 39, Kiel) ersegelte sich mit

einem zweiten Platz erneut den Meistertitel, dieses Mal in der zusammen-

gefaßten Wertungsgruppe IMS 2-4. Trotz eines abschließenden Tagessieges

reichte es für die "Hanseatic Lloyds" von Christian Plump (Beneteau 36.7 Bremen) nur für den undankbaren zweiten Platz mit lediglich einem Punkt Rückstand. Zwei vierte Plätze in den Wettfahrten zwei und drei ohne Streich-Ergebnis waren eine zu große Hypothek für den angestrebten Gesamtsieg. Dritte in der letzten Wettfahrt und in der Gesamtwertung wurde die "Flyer" von

Dirk Schmidt (Leer).

Helgoländer acht

Die traditionsreiche Wettfahrt "Helgoländer Acht" versammelte lediglich knapp vierzig Yachten an der Startlinie. Viele Teilnehmer der für den frühen Abend angesetzten Langstreckenregatta "Pantaenius Rund Skagen" zogen es vor auf das Kursrennen um Helgoland zu verzichten und sich in Ruhe auf die bevorstehenden 520 Seemeilen von Helgoland nach Kiel vorzubereiten.

Standesgemäß war es wieder die "Loftfari" von Hasso Plattner ( Baltic 70, Walldorf) als größte IMS-Yacht im Feld, die nach gesegelter Zeit den anderen Teilnehmern den Weg wies. Begünstigt durch den tendenziell abflauenden Wind im Vergleich zu den kleineren Schiffen gewann die Yacht samt ihrer 20-köpfigen Crew mit Erik von Krause und Walter Meier-Kothe auch nach berechneter Zeit souverän. Zweite Yacht der IMS-Wertung wurde die "Xenia" (Günter Osmers,

Bremerhaven) vor der "Pax" (Klaus-Uwe Stryi, Hamburg). Aus den ORCC-

Wertungsgruppen waren bis Redaktionsschluß lediglich die "Honk"

(Jens Tschentscher, Elsfleth), die "D & H" (Heiko Lange, Bremerhaven) und

die "La Traviata" (Heinz Jörg Glahr, Bremerhaven) gezeitet.

Langstrecke Rund Skagen

Der Start zum 520 Seemeilen langen Rennen Pantaenius Rund Skagen ist für

18.00 Uhr angesetzt. Einige Teilnehmer nutzen die längste deutsche Hochsee-

regatta als Vorbereitungsmaßnahme für die Atlantiküberquerung der im

Juni 2003 stattfindenden DaimlerChrysler North Atlantic Challenge. Nicht

zuletzt in diesem Zusammenhang wies Jury-Mitglied Manuel Hünsch nach dem

heutigen Sicherheitscheck auf ein paar wenige Mängel hin. "Trotz gutem

Durchschnitt der Sicherheitsausrüstung auf den Teilnehmeryachten gibt es

immer noch die schwarzen Schafe, die bereits zum wiederholten Mal das Thema

Sicherheit an Bord nachlässig behandeln". Bei erwarteten mittleren bis

frischen Winden aus südöstlicher Richtung wird der Rekord der "Uca"

(43 Stunden und 46 Minuten) aus dem Jahr 2000 wohl nicht unterboten werden

können. Die ersten der 51 gemeldeten Yachten werden in der Nacht von

Mittwoch auf Donnerstag im Zielhafen Kiel erwartet.

Mehr Meer ...

Martin Greve, Projektleiter der "hanseboot" und Hauptsponsor der Nordsee-

woche: "Diese Nordseewoche war eine rundum gelungene Veranstaltung, das

Wetter spielte den Machern in die Karten. Die etwas geringen Teilnehmer-

zahlen, insbesondere bei der IDM, spiegeln nicht den sportlichen und

organisatorischen Wert des Event wider. Da sollte künftig noch mehr und

frühzeitiger in Richtung Eigner und Crews kommuniziert werden."

Detaillierte Eergebnsise unter der website

 

www.nordseewoche.org