119. Travemünder Woche mit 900.000 Besuchern

04. August 2008 - Nachtrag nach Seglermagazin.de Sommerpause:TRAVEMÜNDE. Mit einem atemberaubenden Höhenfeuerwerk schloss am Sonntagabend (27. Juli) die 119. Travemünder Woche. Nach dem hochsommerlichen zweiten Wochenende hatten insgesamt gut 900.000 Besucher das Festival an der Travemündung besucht und mit Seglern aus 19 Nationen die schönste Regatta der Welt gefeiert. Die Veranstalter vom Lübecker Yacht-Club zogen mit allen Partnern eine positive Bilanz. Sie stellten vor allem die fröhliche Atmosphäre und gute Stimmung heraus. Gleichwohl wünschten die Organisatoren sich für das Jubiläum in 2009 noch mehr Unterstützung aus der Lübecker Politik und Verwaltung.

IDM der Folkeboote bei der Travemünder Woche. (Foto © Marina Könitzer /Travemünder Woche)

„Es war ein ausgesprochen friedliches Fest mit zufriedenen Gästen und Schaustellern“, resümierten Karin Böge und Claus Dieter Stolze von der TW-Organisationsleitung zusammen mit Uwe Bergmann, der für das Landprogramm verantwortlich ist, die „fünfte Jahreszeit Travemündes“. Nach durchwachsenem Wetter zum Auftakt hatten die warmen Tage ab Wochenmitte zu einem enormen Anstieg der Besucherzahlen geführt. Der zweite Sonnabend war mit 165.000 Sehleuten von morgens bis nach Mitternacht ein absoluter Rekord. Auf den Promenaden an der Trave und am Strand schoben sich fröhliche Menschenschlangen im Schneckentempo an den Ständen entlang und sorgten für gute Umsätze. Busse und Bahnen, Parklätze und Anfahrtswege sowie die Hotels und Unterkünfte rund um den Ort meldeten „ausgebucht“.

 

Besonders tagsüber kamen noch mehr Menschen zur Travemünder Woche als in den Vorjahren. Sie wollten „Segeln zum Anfassen“ erleben und bestaunten vor allem die Manöver der Katamaran- und Gleitjollensegler am Strand, wo der frische Ostwind für eine weiß schäumende Brandung sorgte. „Das gewachsene Interesse ist aber auch unseren Partnern wie zum Beispiel Volkswagen zu verdanken, die mit dem Tiguan-Parcour am Strand oder der Autostadt im eigenen Seglervillage spannende Inhalte beigesteuert haben“, lobte Karin Böge. Die Stadtwerke Lübeck, die neu ins Boot der Travemünder Woche kamen, setzten erste Akzente zum Thema Energie und Umwelt, einem zukünftigen Themenschwerpunkt.

 

Die neue Umleitung des Besucherstroms über die Trelleborgallee, damit die so genannte Tornado-Wiese vor dem Leuchtenfeld Segelbooten vorbehalten blieb, nahmen Einheimische und Zugereiste ohne zu murren an. „Wir müssen allerdings nächstes Mal den Eingangsbereich von Westen her noch prominenter gestalten, damit die ersten Stände nicht von den Laufwegen abgeschnitten werden“, analysierte Bergmann selbstkritisch. Hingegen sei das andere Ende des 80.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsgeländes in der Bertlingstraße als Shopping Mall zum Stöbern und Einkaufen inzwischen akzeptiert und gut frequentiert worden.

 

Ungebrochen war der Zulauf in den Strandclubs der Holsten Beach Area, wo vor allem Diskjockeys den Tanzwütigen einheizten. Feiern im „echten“ Strandsand direkt an der Ostsee in unmittelbarer Nähe zu den Booten der Regattateilnehmer ist zu einer festen Größe der Travemünder Woche geworden. Krönender Abschluss der Wochentage war wiederum die Laser- und Pyroperformance, die die Viermastbark „Passat“ als maritimes Wahrzeichen des Orts dieses Jahr in Laut- und Lichteffekte der Show „Gefühlswelten“ einhüllte.

 

Honoriert worden sei das ausgebaute Musikprogramm auf den vielen, auch kleineren, Bühnen, die jeden Tag vielfältige Live-Acts aller Stilrichtungen boten, so Uwe Bergmann. Bei TW-Klassikern wie der Band „United Four“ im Kuhoutfit, oder der „ABBA Cover Band“ platzte die Festivalbühne im Brügmanngarten aus allen Nähten. „Trotzdem hatten wir praktisch keine Lärmproblematik, weil die Beschallung konzeptionell überdacht wurde und die Akustik technisch ausgereifter ist, als noch vor wenigen Jahren“, erklärte der Chef der gleichnamigen Hamburger Veranstaltungsagentur.

 

Auch das präventive Konzept von Polizei und Ordnungsamt der Stadt Lübeck ging auf. Mit dreifach verstärkten Einsatzkräften wurden gewalttätige Auseinandersetzungen im Keim erstickt und Jugendalkoholismus von Minderjährigen eingedämmt. „Wir können zwar nicht die Probleme der ganzen Gesellschaft ändern, aber wir können unser Publikum erziehen“, sagte Stolze. „Wir werden den erfolgreichen Weg zu vernünftigen Besuchern weitergehen, denn das danken uns alle Beteiligten.“

 

Prominente Höhepunkte der zurückliegenden zehn Tage waren die Eröffnung mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee als Schirmherrn, der der Regattawoche bundespolitischen Glanz und Bedeutung verschafft hatte. Viel Beachtung bis weit über die Grenzen Norddeutschlands hinaus fand zudem der Rotspon-Cup. Den spaßigen Zweikampf der Bürgermeister auf dem Wasser gewann Hamburgs erster Mann, Ole von Beust, mit 2:1 gegen Gastgeber Bernd Saxe aus Lübeck und will 2009 zur Revanche wiederkommen.

 

Kostenlos kamen etliche zehntausend Kinder auf ihre Kosten. Der CITTI-Park im Brügmanngarten mit Bungeetrampolin, Kletterwand und großen Spielflächen, aber auch die Angebote rund um das Piratenschiff am Strand waren die Magneten der 119. Travemünder Woche. „Jung und alt werden lückenlos bedient“, versicherten Böge, Stolze, Bergmann & Co. übereinstimmend, „denn wir wollen die Kleinen genauso wie die Jugendlichen und die Erwachsenen mit der TW begeistern.“

 

Bei dieser Mission wünschen sich die Organisatoren für die Vorbereitungen der 120. Jubiläumswoche im kommenden Jahr noch mehr Rückenwind aus dem Lübecker Rathaus. In einer Arbeitsgruppe zur Zukunft der Travemünder Woche war im zurückliegenden Jahr ein Situationsbericht erstellt worden, der vor allem in der Logistik an mehreren Stellen Verbesserungspotential aufzeige, so die TW-Spitze. Dies müsse nun in konkrete Beschlüsse münden und nicht nur durch Baumaßnahmen ausgeschöpft werden. „Auch bei der Darstellung und Bewerbung nach außen ist noch viel Spielraum nach oben.“ Die 120. Travemünder Woche findet vom 17. bis 26. Juli 2009 statt.


Ergebnisse vom 9. und letzten Tag der 119. Travemünder Woche (Sonntag, 27. Juli)

 

Olympische Klassen

 

49er

Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Heil Erik/Thomas Plößel (Berlin) 15 Punkte; 2. Martin Due/Peter Keller (Dänemark) 39; 3. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel) 40; 4. Max Lutz/Lennard Harneit (Bünsdorf) 41; 5. Michel Münker/Oliver Lewin (Kiel) 48; 6. Yannick Lexebvre/Matthen Janssens (Belgien) 55.

 

Finn Dinghy

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Wismar) 8 Punkte; 2. Andre Budzien (Schwerin) 11; 3. Thomas Reger (Kiel) 12; 4. Simon Grotelüschen (Lübeck) 19; 5. Dirk Meid (Mendig) 28; 6. Ulli Kurfeld (Wismar) 43.

 

 

Internationale und nationale Klasse:

 

Eurocup der 505er

Endstand nach elf Wettfahrten: 1. Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) 16 Punkte; 2. Lutz Stengel/Frank Feller (Rostock) 24; 3. Martin Goerge/Axel Priegann (kiel) 27;) 31; 4. Stefan Köchlin/Andreas Achterberg (Molfsee) 32; 5. Michael Quirk/Simon Reffold (Australien) 40; 6. Stefan Böhm/Gerald Roos (Hürth) 41.

 

Eurocup der Javelin

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Brian und David Earl (Großbritannien) 12 Punkte; 2. Thomas Bröker/Volkmar Prehn (Achim) 23 3. Richard und Kathryn Smith (Großbritannien) 24; 4. Jens und Jan Schlittenhard (Braunschweig) 36; 5. Ben und Richard Fisher (Großbritannien) 37; 6. Peter Borck/Heiko Haake (Wardenburg) 46.

 

Deutsche Bestenermittlung der Topcat K1

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Sebastian Pfohl/Thomas Posch (Marquartstein) 12 Punkte; 2. Rainer und Nina Klaus (Otterstadt) 21; 3. Olaf Leuschner/Tim Steigert (München) 23; 4. Wilfried Jodorf/Günter Mörtel (München) 28; 5. Michael Winkelmann/Nicole Marquardsen (Hamburg) 43; 6. Marvin Kurbjuhn/Oliver Hahne (Möhnesee) 50.

 

Deutsche Bestenermittlung der Topcat K2

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Harald und Heike Ortmann (Quickborn) 12 Punkte; 2. Sascha Treichel/Christian Tetsch (Wolfsburg) 16; 3. Sven Jürgensen/Fabian Steinbeck (Munkwolstrup) 19, 4. Ralf und Ronald Zank (Panketal) 32; 5. Dirk Säger/Katharina Kraatz (Grünstadt) 37 ; 6. Jürgen Knops/Sabine Knops (Kempen) 39.

 

Deutsche Bestenermittlung der Topcat K3

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Tom Grigoleit (Ingolstadt) 16; 2. Wolfgang Gommel (Regensburg) 18 Punkte; 3.. Lorenz Buchler (Berlin) 23; 4. Stefan Albrecht (Renningen) 32; 5. Erich Brandstetter (Gröbenzell) 46; 6. Dieter Berkenkamp (Selm-Bork) 47.

 

Contender

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Christian Krupp (Hamburg) 18 Punkte; 2. Stuart Brown (Lübeck) 24; 3. Oliver Thies (Tangstedt) 31; 4. Klaus Jünemann (München) 33; 5. Dirk Mueller (Bremen) 34; 6. Alexander Gröhlich (Wunstorf) 50.

 

Formula 18

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 10 Punkte; 2. Eckart Kaphengst/Rasmus Toepsch (Kiel) 18; 3. Arne Gosche/Hannes Pegel (Kiel) 31; 4. Sven Lindstädt/Susanne Hahn (Norderstedt) 34; 5. Justus Wolf/Rea Nies (Hamburg) 49; 6. Frank Rübling/Maddin Bach (Oststeinbek) 49.


www.travemuender-woche.de