46. Hanseboot: Brennstoffzelle, Elektronik und Bordtechnik - alles neu

07. Oktober 2005 - Auf Yachten nimmt die Kommunikations-, Navigations- und Unterhaltungselektronik einen immer wichtigeren Raum ein. Kein Wunder, dass die Stromversorgung zu einem zentralen Thema geworden ist. Segel- und Motoryachten sind heute in der Regel noch mit schweren Bleibatterien bestückt. Sie sind nach dem Stand der heutigen Technik allerdings uneffektiv, schwer und lassen sich nur langsam aufladen. Neue Wege in der Stromversorgung und neueste Elektronik für die moderne und sichere Navigation zeigt die hanseboot 2005, 46. Internationale Bootsausstellung Hamburg vom 29. Oktober bis 6. November auf dem Hamburger Messegelände und im hanseboot-Hafen.

Electronische Navigation, neue Seekarten und neue Displays für draußen wie hier von BIS Electronic auch auf der hanseboot (Foto © www.segelfotos-und-meer.de / Jo Achim Geschke)

Rasmus-Marine und Mastervolt zeigen mit den in Deutschland noch recht unbekannten AGM Batterien einen Weg in die Zukunft der Stromversorgung auf Sportbooten. Basierend auf herkömmlicher Blei-Säure-Technik, aber mit moderner Konstruktion sind diese Stromquellen sogar über Kopf einsetzbar und lassen sich sehr schnell aufladen. Zum Vergleich: die bisher weit verbreiteten Gel-Akkus brauchen für eine Volladung mindestens zwölf Stunden, bei AGM-Typen sind es weniger als fünf.

 

 

Noch einen Schritt weiter geht die Firma Max-Power, die den ersten Stromerzeuger auf Brennstoffzellenbasis für Yachten präsentiert. Dieses Gerät ist, im Gegensatz zu den industriellen Einheiten, nicht auf eine

komplizierte Versorgung mit Wasserstoff angewiesen: Als Kraftstoff dient Methanol, das einfach per Kanister an Bord kommt. Zwar ist die Leistung mit 65 Watt noch gering, doch kann die Brennstoffzelle ohne störende

Geräuschbelästigung im Dauerbetrieb laufen. Damit lässt sich schon heute die Stromversorgung vieler Yachten autark betreiben.

 

Die Seekarte wird dreidimensional.

Diese Neuerung in der Kartografie zeigen auf der hanseboot die beiden bedeutendsten Anbieter von Daten für elektronische Navigationssysteme, C-Map und Navionics. Während in der herkömmlichen Seekarte die Wassertiefe lediglich an Farbabstufungen und Tiefenlinien abzulesen ist, bietet die neue Technik einen räumlichen Eindruck der Unterwasserlandschaft. Wie in der Grafik eines Computerspieles bewegt sich die Yacht auf dem Bildschirm über die virtuelle Wasseroberfläche. Untiefen und Flachs steigen wie Berge aus der Tiefe empor. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine Simulation: Was der Bildschirm zeigt, ist ein konkretes Abbild der Realität. Die Daten, aus denen diese Anzeige errechnet wird, stammen von den neuesten exakten Vermessungen des Meeresgrundes. Noch eine Verbesserung: Luftbilder von Häfen und Ankerplätzen, die abgerufen werden können, erleichtern die Auswahl des Törnziels und die Ansteuerung.

 

Ausführliche Hafenhandbücher werden in Zukunft ebenso integriert sein.

Die modernen elektronischen Seekarten enden auch nicht mehr wie früher an der Küste: Im Küstenstreifen und in den Häfen sind zusätzlich Straßennetz, Bebauung, Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur gespeichert. Damit lässt sich der Landgang schon an Bord planen. Intelligente Suchprogramme

ermöglichen zum Beispiel eine Tischreservierung in einem Restaurant oder einen schnellen Termin beim Frisör. (Wer's braucht ...)

 

AIS

 

Wie schnell kommt der Containerfrachter am Horizont auf uns zu und wohin wird er steuern? Jeder Yachtskipper stellt sich diese Fragen, sobald ein größeres Berufsschiff gesichtet wird. Die Antwort darauf gibt ein System namens Automatic Identifikation System (AIS). Es gehört für große Schiffe bereits zur Pflichtausrüstung und verbreitet per Funk Namen, Position, Kurs, Geschwindigkeit und Ziel von Seeschiffen. Für Yachten wird auf der hanseboot erstmals ein größeres Sortiment an AIS-Receivern angeboten, womit endlich auch die Sportschifffahrt diese Informationen auswerten kann. Das ist ein

enormer Sicherheitsgewinn in stark befahrenen Revieren.

 

Funk

Ebenfalls der Sicherheit dient die neuste Entwicklung bei den Seefunkanlagen. Sie ist beispielsweise bei Simrad zu sehen: Die Sailor RT5022 besitzt einen digitalen Sprachspeicher, der die letzten 90 Sekunden

des empfangenen Funkbetriebs aufzeichnet. Wurde ein Anruf oder gar ein Notruf nicht verstanden, kann der Funker sich diese Passagen wiederholt vorspielen.

 

Auch wer kein eigenes Boot zu bestücken hat, kommt auf der hanseboot auf seine Kosten. Am Stand von Nordwest-Funk ist der derzeit größte Farbbildschirm in einem wasserdichten und stoßgeschützten GPS-Handheld zu sehen. Der Magellan eXplorist XL eignet sich als Kartennavigationsgerät

sowohl auf dem Wasser als auch an Land.

 

Auf die Besucher der hanseboot 2005 wartet ein Feuerwerk an Innovationen und Premieren Rund 1 200 Yachten und Boote, Surf- und Kiteboards, Kanus, Kajaks, Tauch- und Angelequipment sowie Ausrüstung und Zubehör präsentieren die mehr als 900 Aussteller. Das Rahmenprogramm sorgt zusätzlich für Spaß und Unterhaltung und bietet jede Menge Information.

 

Die hanseboot 2005 bleibt bei den Eintrittspreisen des Vorjahres (11 Euro Erwachsene / 5 Euro Kinder). Zusätzlich und zum ersten Mal gibt es eine Familienkarte, die für zwei Erwachsene und die eigenen Kinder bis 14 Jahre gilt und 22 Euro kostet.