68. Warnemünder Woche: Finale bei perfekten Bedingungen

11. Juli 2005 - Mit optimalen Segelbedingungen verwöhnte die 68. Warnemünder Woche ihre Aktiven an den letzten beiden Tagen. Auch der morgendliche Seenebel, der am Sonntag zu einer kurzen Verzögerung des Wettfahrtbeginns führte, konnte die gute Stimmung unter den 800 Aktiven in zwölf Bootsklassen nicht trüben. 44 Yachten sorgten am Sonnabend beim Start zur Bäderregatta für Bewegung im Seekanal. Insgesamt verfolgten 450.000 Menschen das neuntägige Programm an Land und auf dem Wasser. Einziger Wermutstropfen: Die Bedingungen im neuen Yachthafen Hohe Düne, die für Unmut unter den Seglern sorgten.

Starboote beim Start in Warmenünde . (Foto © Sören Klement / Warnemünder Woche)

„Der Zustand ist einer internationalen Segelsportveranstaltung nicht würdig, wir haben das Beste daraus gemacht“, bilanziert Regattaleiter Jahnke dennoch zufrieden.

 

Star-Distriktmeister kommt aus Polen

 

Bis zum Schluss hart umkämpft war die Entscheidung bei den Distriktmeisterschaften der Starboote. Überraschend fuhr Thomas Müller mit

seinem Rostocker Vorschoter Mario Wagner in der letzten Wettfahrt als erster

durch das Ziel. Eine beeindruckende „Serie“ legten Michael Koch und Frithjof

Kleen (Berlin/Hamburg) hin. „Alle vier Rennen unter den Top Drei – das ist

mehr als wir erhofft hatten“, freut sich Koch über den zweiten Platz im

Gesamtresultat. Unzufrieden beendeten Robert Stanjek und Markus Koy

(Berlin/Hamburg) die Distriktmeisterschaften: „Der zehnte Platz hat uns

heute reingerissen, wir haben zuviel risikiert“, meint Koy betrübt. Auch für

den Polen Kusznierewicz lief es am letzten Tag nicht optimal: Lediglich ein

vierter Platz war für ihn drin. Der Gesamtsieg war dem Olympiasieger im Finn

Dinghy und Bronzemedaillist von 1996 dennoch nicht zu nehmen. Noch eine

Woche wird der sympathische, blonde Pole vor Warnemünde trainieren:

Sparingspartner sind Robert Stanjek und Frithjof Kleen.

 

German Open Beneteau 25 Sieger eine Klasse für sich

 

Der Sieger der German Open in der Klasse Bénéteau 25 stand schon vor den

letzten Rennen fest: Kai und Uwe Mares aus Kiel waren eine Klasse für sich

und lagen bei neun von elf Rennen an der Spitze. „Bei Leichtwind war es

heute bis kurz vor Schluss eng und spannend, gestern segelten wir drei

Rennen mit Riesenabstand vorn“, schätzt Steuermann Kai Mares (34) die

abschließenden Wettfahrten ein. Zum letzten Rennen war die Kieler Crew, zu

der auch der mehrfache Segel-Welt- und Europameister Uwe Mares (63) gehört, gar nicht mehr an den Start gegangen. „Wir sind nach Warnemünde gefahren, um den Sieg zu holen, hatten aber nicht mit einem so klaren Ergebnis gerechnet, denn die Spitze ist sehr eng.“

 

Mit den Worten „Das pascht scho“, verabschiedet sich der Finn-Dinghy Segler

aus Bayern, Michael Fellmann, von der 68. Warnemünder Woche. Der deutsche Olympiastarter von Athen, der sich momentan mehr auf sein Studium konzentriert, musste lediglich dem Russen Vladimir Krutskih den Vorrang lassen und erzielte am Ende einen guten zweiten Platz.

 

Ein Missgeschick hätte die Schweizer Crew Martin Rusterholz und Nils Löffler

fast den Gesamtsieg bei den Tornados gekostet: „Wir waren erster und hatten nicht bemerkt, dass am letzten Tag eine andere Bahn gesegelt wird“, erklärt Rusterholz die Disqualifikation in der ersten Wettfahrt des letzten Tages. Dennoch reichte es zum Gesamtsieg vor den Geschwistern Nowak aus Osnabrück.

 

Ungefährdet hingegen der Sieg für Gabriel Wicke und Hannes Wagner (Hannover) bei den 49ern, die acht von elf Wettfahrten für sich entschieden.

„Wir mussten erst ein bisschen warm werden, aber dann lief’s wunderbar“,

freuen sich die Studenten aus Kiel, die im August bei der Europameisterschaft vor Kopenhagen an den Start gehen.

 

Ebenso eindeutig die Sache bei den 14Footer: Peter Roocks und Ole Klinger

konnten vor Beendigung der Wettfahrten ihr Schiff schon verstauen: Ihnen war der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. „Schade, dass so wenige am Start waren, doch der Freitag und die Tatsache, dass wir eigentlich im Yachthafen Hohe Düne bleiben sollten, hat viele abgeschreckt“, erklärt die Zweitplatzierte Bettina Möller (Stralsund). 2008 hofft sie auf eine größeres Feld: Dann findet die Weltmeisterschaft des internationalen 14-Fuß-Dinghis vor Warnemünde statt.

 

„Nach vier Wettfahrten habe ich mich heute wie 69 gefühlt“, gesteht der

Senior des fast ausnahmslos jugendlichen Starterfeldes bei den Mistrals

Klaus Kohlmeier aus Berlin. Seit 30 Jahren surft der 69-Jährige vor allem an

der Havel. Bei der Warnemünder Woche treibt er seit sechs Jahren „die Jugend vor sich her“ und landet 2005 auf Rang 31. Sieger wurde André Hartung aus Kiel vor Romy Kinzl (Hamburg).

 

Fazit und Bilanz

Neun Tage lang war das Warnemünder Revier Austragungsort hochrangiger

Segelregatten. Insgesamt nahmen knapp 2000 Segler aus 31 Nationen in 28

Bootsklassen teil. „Die Warnemünder Woche hat einmal mehr bewiesen, dass

Rostock ein kulturelles, sportliches und wirtschaftliches Zentrum an der

Ostseeküste ist“, betont Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling beim

Regattaempfang und lobte insbesondere das Engagement der vielen

ehrenamtlichen Helfer. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte neben dem Besuch des Kommodore des Deutschen Challenger Yachtclubs (DCYC), Willy Kuhweide, der Laser Europa-Cup mit 255 Aktiven, den der Australier Tom Slingsby für sich entscheiden konnte. Bester deutscher Segler: Simon Grotelüschen auf Rang zwei. Auch bei den Frauen dominierten in der ersten Wochenhälfte die ausländischen Teilnehmerinnen: Die Laser Radial Wettbewerbe gewann die Weißrussin Tatiana Drozdovskaya. Beste deutsche Teilnehmerin war Fanziska Goltz aus Schwerin auf Rang neun.

 

Aus der Ukraine kommt die Siegerin bei den Yngling-Damen: Ruslana Taran verwies die Berlinerin Ulrike Schümann auf Rang zwei. Erwartungsgemäß gut schnitten die Kadersegler des Deutschen Segler-Verbandes im 470er ab: Zellmer/Seelig (Berlin) siegten vor Walter/Struckat (Berlin). Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Auch ihr Trainier, Dr. Malte Philipp, beendete die Wettfahrten im Drachen als Erster

 

Opfer der Wetterkapriolen zur Veranstaltungsmitte waren die 58 teilnehmenden Yachten der Langstreckenregatta Rund Bornholm: 44 gaben auf – entweder aufgrund des starken Windes zu Beginn oder aufgrund der Flaute zum Ende hin. Auch für den Rekordbruch der MAC Arosa (Ex-Illbruck) reichte der Wind nicht aus: Nach 33 Stunden und vier Minuten ging sie außer Wertung als schnellste durchs Ziel. Erste wurde „Schlawutzi“ (Fehmarn).

 

Insgesamt besuchten rund 450 000 Zuschauer die 68. Warnemünder Woche. Sieben Kreuzfahrtschiffe lagen in dieser Zeit am Passagierkai. „Wind und Wellen braucht die Warnemünder Woche, dazu Sonnenschein. Das hat in diesem Jahr fast alles geklappt“, resümiert der Direktor der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde, Dr. Lutz Grüder am Ende zufrieden.

 

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Detaillierte Ergebnisse unter

www.warnemuender-woche.com/