Act 6 Malmö: Ein weiterer Sieg für UIT Germany - Alinghi weiter unangefochten vorn

30. August 2005 - United Internet Team Germany hat am vorletzten Renntag des Louis Vuitton Act 6 um den 32. America’s Cup in Malmö einen weiteren Sieg errungen. Im Matchrace mit der „Shosholoza“ profitierte die „GER-72“ von einem Materialproblem der „RSA-83“ mit ihrem Großsegel, das den Start der Südafrikaner verhinderte. Im zweiten Duell des Tages verpatzte die deutsche Crew den Start und konnte in der Folge den Rückstand auf die „K-Challenge“ nicht mehr verringern. Im Kampf um den neunten Tabellenplatz vor dem morgigen, finalen elften Flight unterlag das Team um Jesper Bank mit einem Rückstand von 47 Sekunden. Alinghi mit Steuermann Jochen Schümann hat Act 6 mit 10 Siegen in Serie bereits vor dem letzten Rennen gewonnen. Damit hat der Cup-Verteidiger in diesem Jahr bereits 21 Rennen in Serie gewonnen. Heute steht das letzte Match Race in Malmö an – gegen Emirates Team New Zealand.

BMW Oracle USA in Malmö Act 6 gegen Team Emirates NZL (Foto © Gilles Martin-Raget)

Nach einem  Split-Tack-Start kassierte Alinghi im Duell mit Italiens Luna Rossa Challenge früh einen Penalty. So lagen die Italiener zwar bei der ersten Boje eine Länge vorne, doch Alinghi demonstrierte Stärke und überholte den Herausforderer auf dem Vorwindkurs. Der Vorsprung wurde noch grösser, als Luna Rossa Probleme mit dem Einholen des Spinnakers hatte. Alinghi zog weiter davon, segelte den Penalty-Turn kurz vor dem Ziel und blieb mit 25 Sekunden vorne.

 

Interview mit Jochen Schümann, Sportdirektor und Alinghi-Steuermann bei Act 6, wissen: Freust Du Dich über diesen Sieg?

„Ich hatte ein gutes Team um mich, ein gutes Team auf dem Boot und ein gutes Team, das unser Boot vorbereitete. Wir haben einen kleinen Vorsprung und so haben wir den Act schon vor dem letzten Rennen gewonnen. Ich bin sehr zufrieden. Das Rennen gegen Luna Rossa heute Morgen war hart und spannend: Wir kriegten einen frühen Penalty aber wir konnten uns durchsetzen, den Penalty segeln und trotzdem gewinnen – das war eine tolle Leistung. Aber wir mussten härter kämpfen, als und lieb war.“

 

Morgen geht’s gegen Emirates Team New Zealand.

„Das Rennen ist für den Ausgang des Acts zwar nicht mehr wichtig, aber es ist ein wichtiges Rennen für unser Team. Wir wollen gut segeln! Die Neuseeländer sind einer unserer härtesten Gegner – also müssen wir morgen sehr stark sein, wenn wir gewinnen wollen.“

 

Wir fragten Brad Butterworth, Alinghi-Vizepräsident und Taktiker, ob er stolz ist auf einen weiteren grossen Sieg.

 

„Das war sehr wichtig und ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein. Wir kamen aus Valencia und haben trotz dem Austausch eines Grossteils der Crew das Momentum behalten – das zeigt doch sehr eindrücklich, wie stark dieses Team ist.“

Was ist es für ein Gefühl, morgen zu segeln, obwohl man den Act bereits gewonnen hat?

„Für uns ändert sich nichts - wir gehen das Rennen an, wie alle andern auch. Wir segeln gegen Emirates Team New Zealand und die sind sehr stark, also wäre es gut für uns, wenn wir sie schlagen können. Und logisch: Wir wollen gewinnen!“

Wie ist es für Dich, seit 20 Jahren mit Deinen besten Kumpels zu segeln und immer noch zu gewinnen?

„Ein Team besteht aus sehr verschiedenen Menschen und Faktoren und es ist toll, diese Jungs um mich zu haben – denn sie machen das Boot schnell und den Job einfacher. Das ist nicht Raumfahrt-Wissenschaft für sie. Sie tun diesen Job schon sehr lange und auch sehr erfolgreich. Wir haben grossartige Beziehungen untereinander und das sind Freundschaften fürs Leben. Es ist toll, mit ihnen im Team zu sein.“

Sind diese starken und freundschaftlichen Beziehungen der Schlüssel zum Erfolg?

„Well, ich würde sagen, dass das ein wichtiger Teil des Erfolges ist. Aber jetzt hat auch Alinghi eine Langlebigkeit entwickelt und wir haben ein paar tolle neue Charaktere an Bord. Leute Francesco Rapetti, Curtis Blewett und ein Haufen anderer Jungs, mit denen wir starke Beziehungen pflegen und gut mit ihnen segeln.“

 

Gavin Brady verlässt BMW ORACLE Racing

 

Gavin Brady hat das Team BMW ORACLE Racing heute verlassen. Bisher fungierte Brady beim Louis Vuitton Act 6 in Malmö als Taktiker, nachdem im Zuge einer Umstellung der Afterguard BMW ORACLE Racing CEO Chris Dickson das Steuer übernommen hatte. In der neuen Konstellation wurden in Malmö bisher gute Resultate erzielt. Dennoch gab Brady heute seinen Rücktritt bekannt, nachdem er und das Team sich nicht über seine zukünftige Rolle einigen konnten.

"BMW ORACLE Racing ist in der glücklichen Lage, in allen Bereichen der Kampagne auf hervorragendes Personal zurückgreifen zu können", sagte Dickson. "Bertrand Pacé wird heute die Funktion des Taktikers übernehmen. In den vergangenen 18 Monten war Bertrand Pacé ein wichtiger Bestandteil der Afterguard und er wird die Rolle sofort ausfüllen können." Für den 44-jährigen Franzosen ist es bereits die sechste America's Cup Kampagne.

 

K Challenge (FRA) versus United Internet Team Germany(Foto Richard Walch/ United Internet Team Germany

UIT Germany

Auch das Deutsche Team baut wie berichtet seine Mannschaft um. Heute wurde bekannt, dass auch der bekannte Pressesprecher Andreas Kling nicht mehr zum Team gehört. Man habe ihm dies am Sonntag mitgeteilt, so Profi Kling in einer sehr neutral gehaltenen Mitteilung.

 

Im Match gegen die „K-Challenge“ konnte man dem französischen Vertreter vor allem in der Schlussphase des Vorstarts anmerken, dass er noch eine Rechnung aus Valencia begleichen wollte. Denn im Juni hatte „United Internet Team Germany“ gegen die französische Equipe überraschender Weise den ersten Sieg bei einer Vorregatta um den 32. America’s Cup gefeiert. Nachdem sich beide Boote vier Minuten lang belauert hatten, gelang es Thierry Pepponet, Skipper der „FRA-60“, sein Gegenüber Jesper Bank mit aggressiven Wendemanövern nahe des Jurybootes einzuklemmen. Dadurch gingen die Franzosen mit einem Vorsprung von drei Bootslängen auf die erste Startkreuz.

 

Doch  der dänische Steuermann der „GER-72“ war nicht bereit, einfach das Feld zu räumen. Wende um Wende attackierte er den gegnerischen America’s Cupper in Richtung Luvmarke. Doch ohne spürbaren Erfolg. Der erste deutsche AC-Herausforderer ging mit 30 Sekunden Rückstand auf die Vorwindstrecke. Hier hielt man den Abstand bis zum Leetor mit 31 Sekunden nahezu konstant. Auf dem dritten Teilstück machte sich gegen den Wind erneut der Materialnachteil bemerkbar, durch den Bank und Co. weitere 28 Sekunden verloren. Am Ende kam der deutsche Vertreter – trotz einer engagierten Aufholjagd – mit einem Rückstand von 47 Sekunden ins Ziel. Die Franzosen belegen damit mit einem Sieg mehr den neunten Platz vor den Deutschen.

 

So äußerte dann auch Jesper Bank vor dem abschließenden Rennen, in dem es die „GER-72“ morgen mit dem italienischen Syndikat „+39 Challenge“ zu tun bekommt: „Wir sind weiter als in Valencia, auch wenn unsere Materialprobleme noch gelöst werden müssen.“

Zuvor hatte das „United Internet Team Germany“ im ersten Flight des Tages den zweiten Erfolg beim Louis Vuitton Act 6 gefeiert. Gegen das Team „Shosholoza“ profitierte die deutsche Crew von massiven Materialproblemen der Südafrikaner. Die Mannschaft der

„RSA 83“  war bis zum Start des Rennens nicht in der Lage, das Großsegel zu setzen und konnte deshalb nicht zum Duell antreten, wodurch „United Internet Team Germany“ zu einem kampflosen Sieg kam.

 

Results Malmö-Skåne Louis Vuitton Act 6

Flight 9

Desafío Español 2007 (ESP 67) beat +39 Challenge (ITA 59), delta 3:22

China Team (CHN 69) beat K-Challenge (FRA 60), delta 1:09

United Internet Team Germany (GER 72) won, Team Shosholoza (RSA83) did not start

BMW ORACLE Racing (USA76) beat Mascalzone Latino-Capitalia Team (ITA77), delta 1:39

Emirates Team New Zealand (NZL 82) won, Victory Challenge (SWE 73) did not finish

Alinghi (SUI 75) beat Luna Rossa Challenge (ITA 74), delta 0:25

 

Flight 10

+39 Challenge (ITA 59) beat China Team (CHN 69), delta 2:05

Desafío Español 2007 (ESP 67) beat Team Shosholoza (RSA 83), delta 1:43

K-Challenge (FRA 60) beat United Internet Team Germany (GER 72), delta 0:47

BMW ORACLE Racing (USA 76) beat Emirates Team New Zealand (NZL 82), delta 0:24

Alinghi (SUI 75) beat Mascalzone Latino - Capitalia Team (ITA 77), delta 1:07

Luna Rossa Challenge (ITA 74) beat Victory Challenge (SWE 73), delta 0:39

 

Zwischenstand Malmö-Skåne Louis Vuitton Act 6 nach zehn Rennen:

1 Alinghi (10-0)

2 BMW ORACLE Racing (9-1)

3 Emirates Team New Zealand (8-2)

3 Luna Rossa Challenge (8-2)

5 +39 Challenge (5-5)

5 Desafio Espanol 2007 (5-5)

7 Victory Challenge (4-6)

7 Mascalzone Latino Capitalia (4-6)

9 K-Challenge (3-7)

10 United Internet Germany (2-8)

11 Team Shosholoza (1-9)

11 China Team (1-9)

 

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