Act 6 in Malmö: Unfall beim deutschen America’s Cup-Team

28. August 2005 - Ein Unfall an Bord der „GER-72“, bei dem Segler Christian Buck am Freitag verletzt wurde, hatte weitreichende Folgen für die Teilnahme des deutschen Herausforderers beim Louis Vuitton Act 6 um den 32. America’s Cup im schwedischen Malmö. Durch den Bruch des Steuerbord-Jumpers wurde der neue Mast des Cuppers derart beschädigt, dass er erst in der kommenden Woche wieder einsatzbereit sein wird. Die Shorecrew und Mitglieder des Segelteams setzte während der gesamten Nacht zu Samstag den Ersatzmast. Jedoch reichte die Zeit nicht mehr aus um alle erforderlichen Sicherheits-Checks durchzuführen, so dass das Team sich gemeinschaftlich zur Absage der beiden Rennen am 3. Regatta-Tag (Samstag) entschied. Segler Buck geht es inzwischen wieder etwas besser. Am Sonntag wollte das deutsche Team UIT Germany wqieder an den Rennen vor Malmö teilnehmen.

Unfall am Mast beim deutschen Team, der Verletzte wird abgeseilt. (Foto © United Internet Team Germany)

Nach seinem ersten Sieg vor Malmö ist nun erster Gegner am Sonntag Team Alinghi SUI, also ein hartes Rennen. Gute Nachrichten kommen derweil aus der Universitäts-Klinik Lund: Der gestern nach dem Bergen des Großsegels verunglückte Vorschiffsmann Christian Buck ist auf dem Weg der Besserung. Buck verlor im Anschluss an den Sieg von „United Internet Team Germany“ gegen „China Team“ beim Herabseilen aus dem Masttop aufgrund des schweren Seegangs den Halt und wurde gegen den Mast geschleudert. Der 27-jährige Rostocker zog sich dabei einen Bruch des rechten Jochbeins und mehrere Prellungen zu. Nachdem er die Nacht zur Beobachtung auf der Intensivstation verbrachte, befindet er sich nun auf dem Weg der  Besserung.

 

„Die Nachricht vom Unfall war und ist eine starke Belastung für das gesamte Team. Wir sind daher alle sehr erleichtert, dass es Christian den Umständen entsprechend gut geht“, freute sich Teamchef Uwe Sasse. Sasse hatte gestern umgehend nach dem Unfall den Verunglückten zusammen mit Skipper Jesper Bank und weiteren Seglern sowie Bucks Bruder im Krankenhaus besucht. Auch heute sind wieder Mitglieder des Teams bei ihm.

Die Segelcrew verbringt den heutigen Tag an Bord des Bootes im Öresund mit der Anpassung der neuen Segel an den Ersatzmast und der Vorbereitung auf die Rennen der kommenden Tage.

 

 

BMW Oracle USA gegen Alinghi SUI (Foto Gilles Martin-Raget/ BMW Oracle Racing)

Nach sechs Rennen sind nur noch zwei Teams ungeschlagen: Alinghi SUI, der Titelverteidiger, und Emirates Team New Zealand. Allerdings folgen die Favoriten BMW Oracle USA und Luna Rossa ITA, mit 5:2 Punkten dichtauf.

 

Malmö schaltete den Regen aus und zeigte sich in Sachen Wetter von seiner besten Seite: Sonne und eine stete Brise! Jochen Schümann (Alinghi-Steuermann und Sportdirektor) lieferte sich mit BMW Oracle Racing ein spannendes Vorstart-Duell und lag bei der ersten Boje mit 14 Sekunden vorne. Vor dem Rennen hatte Yann Gouniot (Alinghi Mainsail Trimmer) selbstbewusst prophezeit: „Ich denke, wir haben ein bisschen mehr Bootsspeed als BMW.“ Alinghi gewann mit einem Vorsprung von 1:29 Minuten.

 

Desafío Español gab im zweiten Rennen beim Start den Ton an und ging mit einem Vorsprung von 30 Metern über die Linie. Die Freude war kurz und bei der ersten Boje lag Alinghi bereits mit 26 Sekunden in Führung. Einen Vorsprung, den das Team bis ins Ziel kontinuierlich auf 61 Sekunden ausbauen konnte.

Alinghi Stratege Murray Jones (Neuseeland) beantwortet Fragen zum Renntag:

War das heute ein wichtiger Sieg gegen eines der Top-Teams?

„Es ist offensichtlich sehr wichtig, BMW Oracle Racing, Luna Rossa und Team New Zealand zu schlagen. Das ist unser grosses Ziel hier und den ersten Schritt haben wir getan.“

Eine gute Vorbereitung für die Duelle gegen die andern starken Gegner?

„Wir arbeiten so weiter, wie wir begonnen haben. Wir werden versuchen ein bisschen besser zu starten. Ansonsten läuft bisher alles sehr gut.“

Ist es etwas Spezielles, gegen BMW Oracle zu gewinnen?

„Ja, das ist es immer. Es ist ein richtiger Kampf und wir geniessen es.“

 

BMW ORACLE Racing einen Punkt hinter der Spitze - Materialfehler bringt USA-76 um Siegchance

Malmö, Schweden. Nach einem bis zur Hälfte des Rennens knappen und spannenden Duell wurde BMW ORACLE Racing gegen den America's Cup-Verteidiger Alinghi durch einen Materialfehler um jede Siegchance gebracht. Auf den ersten beiden Bahnen des Rennens lagen beide Yachten dicht beieinander. Doch zur Hälfte der zweiten Kreuz brach eine Fall-Klemme am Vorsegel. Bis das Vorsegel wieder gesetzt war, hatte Alinghi sich bereits einen Vorsprung erarbeitet, der genügte, um einen ungefährdeten Sieg einzufahren. Nach dem Rennergebnis liegt BMW ORACLE Racing in der Gesamtwertung des Malmö-Skåne Louis Vuitton Act 6 nun auf Rang drei, nur einen Punkt hinter dem Spitzenduo von Emirates Team New Zealand und Alinghi.

 

Chris Dickson, Skipper und CEO von BMW ORACLE Racing, kommentierte das Rennen: "Über das Ergebnis sind wir enttäuscht, nicht aber von der Leistung der Yacht und des Teams - mit Ausnahme der zweiten Kreuz, als ein 100-Dollar-Verbindungstück kaputt ging."

"Wir sind auf diesem Boot schon so viele Rennen gesegelt, auch bei starker Brise. Noch gestern, bei 25 Knoten Wind, gab es keine Probleme. Und dann passiert so etwas bei 13 Knoten."

"Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir eine starke Wettfahrt gesegelt: Der Start, der Speed, die Crewarbeit und die Taktik, alles war gut. Zwar lagen wir zurück, aber wir waren in Schlagdistanz, als uns der Schaden aller Chancen beraubte. Glückwunsch an Alinghi, sie haben ihre Sache gut gemacht."

 

Riesenjubel auf dem Örseund: Das Team Shosholoza hat sein erstes America´s Cup-Rennen gewonnen – und das ausgerechnet gegen die klar favorisierte Heimmannschaft Victory Challenge (Schweden). Als die kohlschwarze Yacht mit ihrem farbenprächtigen Design um 13.45 Uhr Ortszeit über die Ziellinie schoss, herrschte Gänsehautstimmung auf Kurs Romeo. Sogar von den Begleitbooten der Konkurrenz wie Alinghi und BMW Oracle Racing kam lauter Beifall als die 17köpfige Crew der Shosholoza ihren ersten Sieg im 26. Rennen im Rahmen der Louis Vuitton Acts davontrug. Das Team um Steuermann Chris Law (Großbritannien), Taktiker Ian Ainslie (Südafrika) und Navigator Marc Lagesse (Südafrika) hatte sich nach  heiß umkämpfter Vorstartphase bereits beim Kreuzen der Startlinie einen ersten Vorteil gesichert und baute seine Führung auf der ersten Kreuz konsequent aus. Mit geschickten taktischen Entscheidungen gelang es, die schwedische „Orm“ (Schlange) in Schach zu halten und den  Vorsprung souverän bis ins Ziel zu verteidigen.

„Heute ist ein Siegertag“ – so hatte es Chris Law bereits zum Frühstück angekündigt. Nachdem das Team schon am Donnerstag mit guten Starts auf sich aufmerksam gemacht hatte, diese jedoch in den ungleichen Duellen gegen die Cup-Giganten Alinghi und BMW ORACLE Racing noch nicht in Siege hatte ummünzen können, war die Freude über den ersten Punkt am Freitag Nachmittag entsprechend groß.

„Wir sind froh, dass wir uns aus der schwierigen Startphase so gut herausgearbeitet haben. Unser Bootspeed war sehr zufriedenstellend“, berichtete Tim Kröger, der als Boat Captain und Aft Grinder für das Team Shosholoza segelt. „Im Ziel haben wir vor allem unglaubliche Erleichterung gespürt. Wenn man eine so lange Niederlagenserie einzustecken hat, dann schmeckt der erste Punkt besonders gut.“

Christan Rätsch, Marketing-Chef bei T-Systems, der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, erlebte das Rennen auf Kurs Romeo live mit. Der Vertreter des Official Chief Sponsors von Team Shosholoza sagte: „Wir standen unserem Team in schlechten Zeiten zur Seite, jetzt genießen wir auch gerne die guten Zeiten zusammen."

 

 

“Act 6” - Flight 5

Alinghi (SUI 75) wins against BMW Oracle Racing (USA 76)

+39 Challenge (ITA 59) wins against Victory Challenge (SWE 73)

K-Challenge (FRA 60) wins against Team Shosholoza (RSA 83)

Mascalzone Latino - Capitalia Team (ITA 77) wins against United Internet Team Germany (GER 72)

Desafío Español (ESP 67) wins against China Team (CHN 69)

 

“Act 6” - Flight 6

Emirates Team New Zealand (NZL 82) wins against Team Shosholoza (RSA 83)

+39 Challenge (ITA 59) wins against Mascalzone Latino - Capitalia Team (ITA 77)

BMW Oracle Racing (USA 76) wins against United Internet Team Germany (GER 72)

Alinghi (SUI 75) wins against Desafío Español (ESP 67)

Victory Challenge (SWE 73) wins against China Team (CHN 69)

 

Act 6 Provisional Scoreboard Samstag, 27. August 2005:

(Ranking - Team - Races won/Races run - Points)

1 - Alinghi (SUI 75) - 6/6 - 6

1 - Emirates Team New Zealand (NZL 82) - 6/6 - 6

3 - BMW Oracle Racing (USA 76) - 5/6 - 5

3 - Luna Rossa Challenge (ITA 74) - 5/6 - 5

5 - +39 Challenge (ITA 59) - 3/6 - 3

5 - Desafío Español (ESP 67) - 3/6 - 3

7 - K-Challenge (FRA 60) - 2/6  - 2

7 - Victory Challenge (SWE 73) - 2/6  - 2

7 - Mascalzone Latino-Capitalia Team (ITA 77) - 2/6 - 2

10 - Team Shosholoza (RSA 83) - 1/6 - 1

10 - United Internet Team Germany (GER 72) - 1/6 - 1

12 - China Team (CHN 69) - 0/6 - 0

 

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