Alinghi gewinnt Act 8 - vier Teams gleichauf - UIT Germany Platz 11

05. Oktober 2005 - Die Schweizer vom Team Alinghi, berühmt für ihren Teamgeist und die Betonung von Team-Arbeit, haben eindrucksvoll bewiesen, dass ihr Gewinn des Americas Cup 2003 kein Eintagserfolg war. Alinghi SUI hat vor Trapani / Sizilien auch den Act 8, den achten und letzten Vorlauf in diesem Jahr, gewonnen. Auch wenn K-Challenge FRA und BMW Oracle Racing USA beide die Schweizer je einmal besiegen konnten. Allerdings haben ganze vier (4) Mannschaften die gleiche Punktzahl und sitzen damit den Schweizern dicht auf dem Spiegel. Die deutsche Mannschaft verlor die beiden letzten Rennen des Act 8 und kam damit nur auf den 11. Platz.

Alinghi (SUI75) vs United Internet Team Germany (GER72) (Foto © Th.Martinez/Alinghi)

Der bisherige Teamchef Uwe Sasse hatte mit seiner Einweiligen Verfügung vor dem Münchener Landgericht keinen Erfolg: Die wurde abgewiesen. Damit ist der Spruch des Aufsichtsrats, Sasse von seinen Aufgaben zu entbinden, gültig. (Seglermagazin.de berichtete)

 

Alinghi kassierte heute nach 31 Match-Racing-Siegen in Serie seine erste Niederlage. Bei leichten und drehenden Winden gewann K-Challenge das Duell am letzten Tag von Act 8. Alinghi wollte die rechte Seite, bekam die rechte Seite, rundete die erste Boje mit einem Vorsprung von 1:04 Minuten und lag beim zweiten Runden der Luvtonne noch immer mit zwei Bootslängen in Führung. Doch die Franzosen überholten Alinghi auf der Vorwindstrecke und segelten mit 35 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Die zweite Niederlage an diesem trickreichen Tag kassierte Alinghi gegen BMW Oracle Racing, den Challenger of Record. Nach einem Split-Tack-Start wählte Alinghi die linke Seite, BOR die rechte. BOR lag beim ersten Kreuzen vorne und rundete die erste Boje mit 23 Sekunden Vorsprung. Alinghi blieb auf der rechten Seite, während BOR den Vorsprung auf 46 Sekunden vegrösserte und beim letzten Runden der Luvtonne sogar mit 2:41 Minuten vorne lag. Im Ziel betrug der Vorsprung 1:32 Minuten.

 

Zwei Rennen verloren, Act 8 aber trotzdem gewonnen – wir wollten von Ed Baird, Alinghi-Steuermann bei Act 8 wissen, was er davon hält: “Ich kann nicht sagen, das sei das erste Mal, dass mir sowas passiert. Denn so ist nun mal Match Racing. Aber wir sind ziemlich enttäuscht, die zwei Rennen verloren zu haben. Wir machten die Dinge wie geplant und wurden trotzdem geschlagen – also müssen wir den beiden anderen Teams zu ihren Leistungen gratulieren. Sie haben uns bezwungen und das passiert im Sport.”

 

Wie verwandelt man Niederlagen in Stärke, wollten wir von Baird wissen? “An Tagen wie diesen kehrt man immer zurück und denkt, man hätte das eine oder andere anders machen können. Wir gehen auch mit Niederlagen sorgfältig um und versuchen daraus zu lernen. Tatsache ist: Die beiden Teams, die uns heute geschlagen haben, sind sehr gute Rennen gesegelt – wir nur durchschnittliche.”

 

Brad Butterworth, Alinghi-Taktiker und Vize-Präsident zu Niederlagen: “Well, niemand verliert gerne, aber es war ein Leichtwindtag und die Konditionen waren wirklich sehr schwierig. Und es zeigt, wie stark diese Teams segeln können. Offensichtlich war unsere Führung zu klein, um den Sieg gegen K-Challenge auf dem Vorwindkurs zu sichern. Die machten einen guten Job beim Halsen und waren sehr schnell. Wir waren nicht so gut und Thierry Peponnet zeigte eine starke Leistung.” Brad Butterworth zur Niederlage gegen BMW Oracle Racing: “BMW Oracle Racing machten einen tollen Job und segelten sehr stark, als es darauf ankam.”

 

Das „United Internet Team Germany“ hat auch das letzte Matchrace des Louis Vuitton Act 8 um den 32. America’s Cup vor der sizilianischen Hafenstadt Trapani verloren. Im Duell mit der Heimmannschaft „+39 Challenge“ hatte sich der deutsche Herausforderer schon in der Vorstartphase ins Hintertreffen gebracht, als man dem Gegner leicht ins Heck fuhr. Mit einem Strafkringel versehen konnte die Crew zwar lange Zeit das Rennen ausgeglichen gestalten, kam am Ende aber mit exakt zwei Minuten Rückstand ins Ziel und beendete damit die Qualifikationsregatta auf Platz elf. United Internet Team Germany“ hat im vorletzten Rennen des Louis Vuitton Act 8 gegen „Victory Challenge“ verloren und konnte somit nicht an den Erfolg vom Vortag anknüpfen. Die schwedische Mannschaft dominierte vom Start an das Rennen und fuhr mit einer Minute und 59 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie.

 

 

BMW Oracle USA vs Alinghi SUI in Trapani (Foto © Gilles Martin-Raget )

Am Finaltag des Trapani Louis Vuitton Act 8 sorgten außergewöhnliche Umstände und Ergebnisse dafür, dass die vier Top-Teams alle die gleiche Punktzahl auf dem Konto haben. Maßgeblich beteiligt an der Konstellation war der Schweizer Titelverteidiger, dessen perfekte Serie von 31 Siegen in 31 Match Races im Jahr 2005 mit zwei Niederlagen an einem Tag ein Ende fand. Zunächst unterlag Alinghi der französischen French K-Challenge, ehe BMW ORACLE Racing ein überzeugender Sieg gelang.

 

Die Auswertung der Ergebnisse aus den Matches der vier punktgleichen Teams untereinander ergibt, dass Alinghi trotz der beiden heutigen Niederlagen den Act 8 gewinnt, gefolgt vom Emirates Team New Zealand, Luna Rossa Challenge und BMW ORACLE Racing. Für BMW ORACLE Racing waren so die beiden Niederlagen gegen die Neuseeländer und Luna Rossa Challenge besonders folgenreich: In der Addition waren es nur 31 Sekunden, die für die USA-76 zwischen Rang eins und Platz vier lagen. Dies unterstreicht, wie knapp das Endergebnis ausfällt. Leichte Nordwestwinde und gewaltige Winddreher verlangten der Afterguard alles ab, während sich mal das eine, mal das andere Team im Vorteil wähnen durfte. Große Verluste und Gewinne waren heute keine Seltenheit.

 

"Wir haben uns bei dieser Regatta sehr solide präsentiert", sagte Chris Dickson, Skipper und CEO von BMW ORACLE Racing. "Es gelang uns, Alinghi zu besiegen, die die vorherigen Regatten dominiert hatten. Wir sind punktgleich mit den anderen Top-Teams. Es reichte trotzdem nur zu einem enttäuschenden vierten Platz, aber wir sehen nicht nur das nackte Ergebnis."

 

Dickson: "Wir hatten Möglichkeiten, diesen Act zu gewinnen. Bei beiden Niederlagen lagen wir an der letzten Luvtonne noch in Führung. Die Tatsache, dass wir die Rennen vor dem Wind verloren haben, zeigt uns, wo wir noch Arbeit vor uns haben. Es ist leicht die Punkte zu finden, an denen wir arbeiten müssen und wir wissen, dass wir das in den Griff bekommen. Er ist nicht viel, was es zu verbessern gilt, und es wird uns gelingen. Wir nehmen viel mit aus dieser Regatta."

 

"Für die Herausforderer war es in meinen Augen ein großer Tag mit den Siegen von K-Challenge und uns über Alinghi. Es waren die letzten Match Races des Jahres, und für die Herausforderer ist es eine schöne Sache, einen positiven Eindruck hinterlassen zu haben", so Dickson weiter.

 

Navigator Peter Isler benutzte eine Analogie aus dem Golfsport, um das finale Rennen gegen Alinghi zu beschreiben. "Es ist immer besser, den letzten Birdie zu versenken, als wenn er nicht fällt. Es war schön, Alinghi zu schlagen."

 

"Einmal mehr waren die Windbedingungen sehr instabil und schwierig", fuhr er fort. "Doch unser Taktiker Bertrand Pacé zeigte sich von seiner besten Seite, und jeder an Bord hat ausgezeichnete Arbeit geleistet."

 

FLIGHT TEN

+39 Challenge (ITA 59) beat Team Shosholoza (RSA 83), delta 0:43

Mascalzone Latino-Capitalia Team (ITA 77) beat China Team (CHN 69), delta 2:02

Victory Challenge (SWE 63) beat United Internet Team Germany (GER 72), delta 1:59

Luna Rossa Challenge (ITA 74) beat BMW ORACLE Racing (USA 76), delta 0:28

Alinghi (SUI 75) beat K-Challenge (FRA 60), delta 0:35

Emirates Team New Zealand (NZL 82) beat Desafío Español (ESP 67), delta 1:39

 

FLIGHT ELEVEN

Team Shosholoza (RSA 83) beat China Team (CHN 69), delta 4:22

+39 Challenge (ITA 59) beat United Internet Team Germany (GER 72), delta 2:00

Mascalzone Latino-Capitalia (ITA 77) beat Victory Challenge (SWE 63), delta 0:44

K-Challenge (FRA 60) beat Desafío Español (ESP 67), delta 0:11

Emirates Team New Zealand (NZL 82) beat Luna Rossa Challenge (ITA 74), delta 1:30

BMW ORACLE Racing (USA 76) beat Alinghi (SUI 75), delta 1:32

 

Trapani Louis Vuitton Act 8 - Gesamtwertung nach elf Rennen:

Alinghi 9 Punkte

Emirates Team New Zealand 9 Punkte

Luna Rossa Challenge 9 Punkte

BMW ORACLE Racing 9 Punkte

K-Challenge 7 Punkte

Victory Challenge 6 Punkte

+39 Challenge 4 Punkte

Desafio Espanol 2007 4 Punkte

Mascalzone Latino Capitalia 3 Punkte

Team Shosholoza 3 Punkte

United Internet Team Germany 2 Punkte

China Team 1 Punkt

 

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