Around Alone: Kiel am Horn gebrochen
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Die Wetterkarte und Positionen vom 24. Februar 2003 (Foto © www.raymarine.com/ aroundalone.com) |
Die See ist nicht brutal – die See ist gleichgültig, hat der Schriftsteller Joseph Conrad einmal geschrieben. Den riesigen Wellen, die sich durch den langen Fetch aufbauen können, ist es egal, ob dort ein Schiff segelt. (Fetch: Die ungestörte Strecke, die Wellen vom Wind aufgebaut werden.) Sie rollen weiter. Aber diese Wellen und der Sturm machen den 18 und 16 Meter langen Yachten schwer zu schaffen.
"Ich habe jetzt 50 Knoten Wind von NE," schrieb Graham Dalton auf Hexagon mit dem gebrochenen Baum, "genau auf die Nase, ich habe nur die Sturmfock oben, aber das Boot macht dennoch 11 bis 12 Knoten. Die Wellen sind sehr stark und kurz, ich muss aufpassen, um das Boot sicher und ohne Schaden um Kap Horn zu bekommen. Ich kann bei diesem Wetter nicht schlafen, und es wird noch schlimmer werden in den nächsten 24 Stunden, wenn ich Kap Horn runden werde...."
Kiel gebrochen
Stamm rundete das Horn nach 14 ½ Tagen auf See seit Neuseeland. Monströse Seen und Windstöße bis zu 60 Knoten (Stärke 11) am Kap. "Ich hatte das Groß schon fast ganz unten, es waren nur noch drei Meter oben, und wir surften mit 21 Knoten! Ich habe so etwas noch nie gesehen"", schrieb Stamm, der den Rekord für Einrumpfboote auf der Nord-Atlantikstrecke einstellte. Dann passierte es: Die Kielflosse brach! Als "Bobst Group Amor Lux" eine riesige Welle hinaufschoss und dann in das Wellental hineinfiel und knallte, hörte Stamm ein unheilvolles Krachen. "Ich begriff sofort, dass es vom Kiel kam," so der Schweizer, der sein Boot in der Bretagne selbst baute. "Also sprang ich zur Winch und warf alles los. Glücklicherweise konnte ich so den Schaden begrenzen." Er reparierte den Schaden provisorisch: Die Kielflosse des Schwenkkiels war genau über dem Dreh- und Schwenkpunkt im Boot gebrochen.
Der gebrochene Kiel im Boot (Foto Bernard Stamm / aroundalone.com)
Infernalisch
Die Bedingungen müssen infernalisch gewesen sein, meinte das Team in Frankreich, als sie die Fotos vom Kiel sahen. "Bobst Group Amor Lux" segelt jetzt noch mit acht Knoten – 234 Meilen in 24 Stunden mit einem Boot, das mit 20 prozent seiner Möglichkeiten segelt ! Stamm stand gestern 200 Meilen von den Falklands entfernt, die Entscheidung war, die Inseln anzulaufen oder die Strecke bis Bahia / Brasilien zu riskieren. Der Kiel ist 4,5 Meter lang und trägt am Ende 3 Tonnen Ballast ... Der angebrochene Kiel könnte den Boden des Bootes buchstäblich aufreißen.
Gestern nachmittag fiel die Entscheidung: Stamm wird Port Stanley auf den Falklands, 200 Meilen entfernt, anlaufen. Sein Team ist dann bereits dort. Der Stopp bedeutet, Stamm bekommt eine 48-Stunden Strafe und darf erst nach dieser Zeit, nach den anderen, aus Salvador de Bahia zur nächsten Etappe auslaufen. Auf den Falklands ist bereits Pierre Roland, der Designer des Bootes. Stamm wird Mittwoch eintreffen.
Die Positionen:
KLASSE 1 – 60 Fuß:
1. Bobst Group-Armor Lux, Bernard Stamm, noch 2677 Seemeilen.
2. Solidaires, Thierry Dubois 50 Seemeilen zurück
3. Hexagon, Graham Dalton, 504 sm zurück
4. Tiscali, Simone Bianchetti, 518 sm zurück
5. Ocean Planet, Bruce Schwab, 619 sm zurück
6. Pindar, Emma Richards, 758 sm zurück
KLASS 2:
1. Tommy Hilfiger, Brad Van Liew, 3597 Seemeilen
2. Everest Horizontal, Tim Kent, 513 sm zurück
3. Spirit of yukoh, Kojiro Shiraishi, 816 sm zurück
4. BTC Velocity, Alan Paris, 1190 sm zurück
5. Spirit of Canada, Derek Hatfield, 1413 sm zurück
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