Around Alone: Stamms Sturm-Sieg

09. Januar 2003 - Auf den letzten Meilen, nach dem er den harten und kalten Südlichen Ozean durchquert hatte, musste sich Bernard Stamm auf "Bobst Group Amor Lux" heute noch einmal durch Sturm und hartes Wetter quälen: Vor Tauranga auf Neusseland, dem Ziel der dritten Etappe, tobte ein Sturm mit zeitweise 45 Knoten Wind. Stamm beschrieb die Bedingungen der letzten 36 Stunden vor seinem dritten Sieg im Around Alone als "Hölle". Er segelte über die Ziellinie – und in dem Moment flog die Pinne aus der Halterung auf dem schwer gezeichneten Boot. Stamm beschreibt in ersten Interviews die Etappe und den Sturm.

Ein Boot fällt in die Welle bei 45 Knoten Wind: Bernard Stamm auf BobstGroup Amor Lux heute am Ziel der dritten Etappe des Around Alone in Neuseeland (Foto Roy Riley/ marinepics/ www.aroundalone.com)

Stamm hatte bereits kurz nach dem Start in Kapstadt die Führung in diesem Weltrennen übernommen. Er segelte durch den Südlichen Ozean mit Geschwindigkeiten um die 30 Knoten und Etmalen (24-Stunden –Strecken) von fast 400 Meilen. Als er an der Bridge Marina in Tauranga in Nord-Neuseeland andockte, sah man seinem Boot die harten Prüfungen an: Segel gerissen, große Stücke am Rumpf delaminiert, und die Pinne lag nutzlos an Deck!

Stamm segelte die Strecke zwischen Kapstadt und Neuseeland in nur 25 Tagen, 12 Stunden und 24 Minuten und war damit zwei Tage schneller als Giovanni Soldini vor vier Jahren auf "Fila".

Stamm beschrieb seinen Ritt über den Südlichen Ozean als schnell, furios, und sehr kalt. Erst in der tasmanischen See habe er zum ersten Mal so etwas wie Wärme genießen können – und moderaten Wind! "Ich hatte etwas Glück und kam um das Hoch herum. Thierry war nicht so glücklich," meinte er mit Blick auf den Freund und Konkurrenten Thierry Dubois auf Solidaires, der vom Hochdruckgebiet in der tasmanischen See aufgehalten wurde und heute die Nordspittze Neuseelands rundete.

Beiliegen auf Legerwall!

Als Stamm das Nordkap rundete, begannen die Schwierigkeiten: "Der Wind nahm auf 45 Knoten zu und ich musste bis zum Ziel kreuzen. Ich musste stoppen und beiliegen, um meine Steurung zu befestigen. Außerdem war das Großsegel eingerissen." Stamm hatte die Steuerung in aller Eile mit Tauen fixiert, als er beigedreht auf die Leeküste zudriftete – Legerwall im Sturm ! Stamm hatte in den letzten 36 Stunden nicht geschlafen und war sichtlich froh, die Etappe heute hinter sich zu haben. Seine Motivation war ein unbedingter Siegeswille – dabei ist der Mann aber nicht verkniffen, sondern immer charmant und locker.

Standings Donnerstag 9. Januar 2003 ­ CLASS 1:

1. Bobst Group-Armor Lux, Bernard Stamm, gewonnen, im Ziel

 

2. Solidaires, Thierry Dubois, 297 Seemeilen zum Ziel

 

3. Hexagon, Graham Dalton, 724 sm

 

4. Tiscali, Simone Bianchetti, 743 sm

 

5. Pindar, Emma Richards, 962 sm

 

6. Ocean Planet, Bruce Schwab, 1111 sm

CLASS 2:

1. Tommy Hilfiger, Brad Van Liew, 1033 Seemeilen zum Ziel

 

2. Everest Horizontal, Tim Kent, 773 sm zurück

 

3. Spirit of Canada, Derek Hatfield, 1016 sm zurück

 

4. Spirit of yukoh, Kojiro Shiraishi, 1209 sm zurück

 

5. BTC Velocity, Alan Paris, 1795 sm zurück

 

6. Bayer Ascensia, John Dennis, zurück nach Kapstadt, aufgegeben

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Die website der Weltregatta:

 

www.aroundalone.com

 

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