Around Alone: Sturm im Südlichen Ozean

23. Dezember 2002 - Bei der Einhand-Weltregatta fordert der Südliche Ozean seinen Tribut: Knock downs, die quasi-Kenterungen um 90 Grad, und etlicher Materialbruch werden von den Yachten gemeldet. Traurigste Nachricht: Der Diabetiker John Dennis (57) muss auf Bayer Ascensia zurück nach Kapstadt, weil Elektrik und die Pumpen für den Wasserbalast ausgefallen sind.

Der Südliche Ozean, fotografiert von Bruce Schwab auf Ocean Planet ( Foto © Bruce Schwab, www.oceanplanet.org)

Der 57 jährige Dennis hatte nach dem Start zur dritten Etappe in Kapstadt bereits die Mossel Bay anlaufen müssen, um seine Funkeinrichtungen zu reparieren. Im Südlichen Ozean fiel jetzt die Möglichkeit aus, die Batterien ordentlich zu laden, und er kann den Wasserballst nicht mehr richtig in die Tanks pumpen. Das erschien dem kanadischen Seemann für den harten Südlichen Ozean zu gefährlich. Der leidenschaftliche Blauwasser-Segler kehrt schweren Herzens um. Wenn er die Etappe von Kapstadt nach Neuseeland nicht segelnd beendet, scheidet er aus der Wertung des Around Alone aus. Dennis überlegt aber, ob er nicht außer Konkurrenz die Etappen weiter bis zum Schluss segelt, wenn er mit einem Schiff von Kapstadt nach Neuseeland kommt. Ganz alleine ohne eine mögliche Hilfe von anderen Teilnehmern auf dem Südlichen Ozean hinterher zu segeln, ist ungleich gefährlicher als in der Regatta!

Aktuell: Am 24. Dezember meldete Dennis "schweren Herzens und mit großem Bedauern" sein Ausscheiden aus dem Around Alone! Er kehrt nach Kapstadt zurück.

Auch Tim Kent auf dem 50-Fuss Everest Horizontal meldete Probleme per E-Mail: "Ich habe ein ernsthaftes Problem. Alle Batterien sind tot und ich kann die Maschine nicht starten." Die Open 50s und 60s sind zwar einfache Rennyachten, aber ohne Batteriestrom laufen Elektronische Anzeigen und vor allem die Autopiloten nicht. Kent wollte zunächst versuchen, ob die Solarpaneele genug Strom lieferten, um wieder in Gang zu kommen. Stunden später dann die erlösende Nachricht:Der Motor lief und die Batterien wurden geladen. Ohne Solaranlage wäre es eine ganz andere Geschichte geworden, meinte Kent.

Auf Ocean Planet meldete Bruce Schwab, der immer schöne Fotos schickt von unterwegs (www.oceanplanet.org), von einer Yacht, die an der Grenze des Kontrollierbaren daherkajohlt : "Böen von 45 Knoten. Drei Reffs im Gross, aber Speed immer bei 20 Knoten. Das Gedröhne vom Kiel ist ohrenbetäubend," wenn die Yacht ausbricht, sei das nervenzerfetzend.

Alain Paris auf BTC Velocity wurde in drei Stunden drei Mal voll auf die Seite gelegt – der Wind habe zwar von 40 auf 30 Knoten abgenommen, aber die See gehe immer höher. Er sei aber OK.

Bernard Stamm auf "Bobst Group Amor Lux" führt weiterhin und hatte gestern die Kerguelen-Inseln bei hartem Wetter querab. Die Yachten befinden sich im nördlichen Quadranten eines Sturmstiefs – auf der Südhalbkugel ist das die Seite mit dem meisten Wind! Nur 145 Meilen zurück segelt Freund und Konkurrent Thierry Dubois auf Solidaires, dann folgt Graham Dalton auf Hexagon. Emma Richards auf Pindar und Bruce Schwab auf Ocean Planet liefern sich auf dem 4. und 5. Platz ein enges Rennen – nur knapp 50 Meilen auseinander! Schwab segelt allerdings weit nördlicher Als Richards, hat also rechnerisch mehr Meilen vor sich.

(Die Erde ist, einfach gesagt, nach Norden zum Äquator zu dicker, der Umfang also länger. Am südlichsten stehen Stamm und Dubois. Die Kunst auf einer so langen Regatta besteht darin, den Kompromiss zu finden zwischen kürzerer Strecke im Süden und weniger Gefahren, die nach Süden zu von Eisbergen und vor allem Growlern ausgehen, den Eisstücken, die etwa so groß sind wie ein Auto, aber vom Radar nicht erfasst werden, weil sie knapp unter der Wasseroberfläche schwimmen. Eisberge dürfen daher nur in Luv passiert werden, weil die kleinen Ableger nach Lee treiben.)

Standings 1400 UTC December 22, 2002 ­ CLASS 1:

Bobst Group-Armor Lux, Bernard Stamm, 4869,9 Meilen zum Ziel

 

2. Solidaires, Thierry Dubois, 145.9 Seemeilen zurück

 

3. Hexagon, Graham Dalton, 360 sm zurück

 

4. Pindar, Emma Richards, 446 sm zurück

 

5. Ocean Planet, Bruce Schwab, 494,6 sm

 

6. Tiscali, Simone Bianchetti, 509 sn

CLASS 2:

1. Tommy Hilfiger, Brad Van Liew, 5462 Seemeilen zum Ziel

 

2. Spirit of Canada, Derek Hatfield, 288 sm zurück

 

3. Everest Horizontal, Tim Kent, 342 sm

 

4. Spirit of yukoh, Kojiro Shiraishi, 368 sm

 

5. BTC Velocity, Alan Paris, 502 sm

 

6. Bayer Ascensia, John Dennis, 1396 sm zurück, nach Kapstadt, ausgeschieden

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das Around Alone

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Stamms 2. Sieg

72 Knoten Wind!

Als Diabetiker übern Atlantik - mit den Resultaten der ersten Etappe

sowie

Around Alone – Die Skipper

Die website der Weltregatta:

 

www.aroundalone.com

 

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