Atlantic Rally for Cruisers ARC 2004: 205 Meldungen

27. Oktober 2004 - Die ARC2004 wird veranstaltet vom World Cruising Club. Nur noch vier Wochen sind es bis zum Start, und auf beiden Seiten des Atlantiks werden die letzten Vorbereitungen für diese vielversprechende und großartige Veranstaltung getroffen. Die diesjährige ARC startet am 21. November in Las Palmas de Gran Canaria und führt nach Rodney Bay Marina in St. Lucia. Über 80 Teilnehmeryachten liegen schon in der Muelle Deportivo in Las Palmas und haben noch viel Zeit bis zum Start.

Hafenausfahrt: Beginn einer langen Reise (Foto © Seglermagazin.de)

Manche erkunden die anderen Kanareninseln, und wieder andere lassen ihre Yacht sicher im Hafen liegen und verbringen die Zeit bis zum Beginn des großen Abenteuers an Bord. Noch nie waren so viele Yachten so früh bereits vor Ort. Das spricht für die verbesserten Service-Einrichtungen für Yachten in Las Palmas.

 

Große internationale Beteiligung

Die Liste der 205 Meldungen gibt einen Hinweis darauf, wie international die ARC immer wieder ist: Boote aus 24 Nationen sind dabei, ganz zu schweigen von der Nationalität der Mitsegler. Im vergangenen Jahr machten die Briten mehr als die Hälfte der Meldungen aus, und dieses Jahr sind sie mit 43% Beteiligung an der Flotte wieder das am häufigsten vertretene Land, gefolgt von Deutschland mit 15% der Boote. Stark vertreten sind ebenfalls Holland, Amerika, Norwegen, Italien und Frankreich.

Die Durchschnittsgröße einer Yacht bei der ARC liegt inzwischen bei 14,50 m, was eine leichte Erhöhung gegenüber dem Vorjahr bedeutet, doch es nehmen auch 32 Boote unter 40 Fuß (12 m) in diesem Jahr teil. Die kleinste Yacht der ARC, Glad,  misst 9,09 m und ist eine Comfort 30 aus Norwegen. Am anderen Ende der Skala gibt es bei der diesjährigen Veranstaltung zwei Giganten:  Peter Harrisons Sojana mit 38,11 Metern and Leopard of London mit 29,49 m, beide aus England.

 

Viele deutsche Boote

Es gibt eine starke deutsche Gruppe in der diesjährigen ARC, und die insgesamt 30 Boote machen 15% der gesamten Flotte aus. Das ist, verglichen mit der letztjährigen Veranstaltung, ein Anstieg um 11 Teilnehmer. Das kleinste deutsche Boot bei der ARC2004 ist die 10 m lange Nis Randers, eine Scorpion 1000, die der Familie Mansholt gehört. Drei Generationen sind an Bord vertreten: vom 4-jährigen Sohn bis zum 77-jährigen Großvater Mansholt. Es ist die erste ARC, an der Skipper Bernd Mansholt in seiner Nis Randers, die das zweitkleinste Boot der Flotte ist, teilnimmt. Das größte deutsche Boot dieses Jahr ist die 20 Meter lange Amoenitas, eine Andre Hoek 68, die Claus Heinrich aus Bürgerei gehört. Wieder dabei ist die Peter von Seestermühe, die nicht nur die älteste deutsche Yacht, sondern auch die älteste insgesamt ist. Die schöne Henry-Gruber-Ketsch von 17 m kann auf eine lange, abenteuerliche Geschichte zurückblicken und hat am ersten Whitbread 1974 teilgenommen.

 

ARC-Teilnehmer aus allen Bevölkerungsschichten

In der Regattagruppe der kleineren Yachten haben wir an der Spitze den ARC 2003-Gewinner nach Handikap, Murka, der seine Trophäe verteidigen will. Eigner Mikhail Mouratov und seine vorwiegend russische Crew segelten die Swan 48 im letzten Jahr hart und hoffen, ihre Leistung zu wiederholen. Doch die Konkurrenz ist dieses Jahr sehr stark.

 

Eine ganz andere Herangehensweise an die Rally haben viele der kleineren Fahrtenyachten, die zum ersten Mal auf große Fahrt gehen. Jason and Kirstie Pickering hatten ihre Pläne, an der ARC teilzunehmen, auf Eis gelegt, da Baby Rosie sich angekündigt hatte. Es ist nun 11 Monate alt und wird seinen ersten Geburtstag am Tag des ARC-Starts in diesem Jahr feiern. Die Pickerings freuen sich auf viele Monate weltweites Cruisen mit ihrer sieben Jahre alten Moody 31 Ciao. Es gibt 15 Yachten mit Kindern an Bord, insgesamt 27 Kinder, von denen Rosie Pickering das jüngste ist.

 

Ein Vater- und Sohn-Team sind die beiden Brians auf der Warrior 40, Four Freedoms. Der 38-jährige Sohn ist der Skipper und sein 71 Jahre alter Vater Crewmitglied. Die frisch Verheirateten Duncan und Inge Stewart planen ihre erste Atlantiküberquerung an Bord ihrer Westerly Oceanlord 48 Anam Cara zweihand, als Teil ihrer einjährigen Hochzeitsreise.  Normalerweise sind bei der ARC ungefähr 20 Yachten dabei, die die Überfahrt zweihand angehen. Für sie findet extra in Las Palmas ein Workshop statt, um die Segler zusammen zu bringen, Sicherheitsfragen und Probleme  zu diskutieren und Ideen auszutauschen.

 

Eine Auszeit nehmen

Die Norweger Ole Schjerven und Trine Sjøvold versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Nachdem er sich von einem Schlaganfall im letzten Jahr erholt hat, überzeugte Ole seine Partnerin Trine davon, dass eine Reise in die Karibik das beste Heilmittel wäre.  Trine ist noch niemals zuvor gesegelt und gibt ihr Debüt auf einer der kleineren ARC-Yachten, Citrina, einer Gambling 34. Sie hat vor, ihre  Fähigkeiten als Lachcoach einzusetzen, um die Moral in der ARC-Flotte aufrecht zu halten.

 

Nach ihrer Arbeit in der IT-Industrie nehmen auch Lucy Marriott and Andy Williams eine Auszeit und gehen mit ihrer 1987 gebauten S&S42 Nimrod auf Kreuzfahrt. Die Yacht hat definitiv einen Hintergrund als Fahrtenyacht, da sie von ihrem vorherigen Eigner rund Großbritannien gesegelt wurde und später in Schottland am Classic Malts Cruise teilnahm.

 

Veranstaltungsprogramm vor dem Start

Das Veranstaltungsprogramm der ARC in Las Palmas beginnt am  8. November. Es beinhaltet Inselrundfahrten, Seminare, Parties und Abendessen mit dem Ziel, dass sich die Teilnehmer näher kommen und die Stadt Las Palmas und die schöne Insel besser kennen lernen. Besonderer Wert wird gelegt auf die Vorbereitungsseminare für Skipper und Crew. Dabei wird Wissen weitergegeben und praxisnah referiert über Themen wie Erste Hilfe auf See, Zweihand-Segeln, Umgang mit Notfällen auf hoher See, Notnavigation und Wetter.

 

Den Start miterleben

Vom 8. bis 21. November liegen die Yachten in der Muelle Deportivo. Höhepunkt der Feierlichkeiten  ist das Feuerwerk über dem Hafen am Freitag, dem 19. November. Während der ARC ist die Muelle Deportivo für das Publikum geöffnet, die Yachten sind jedoch nicht zur Besichtigung freigegeben. Am Tag des Starts verlassen die Yachten gegen 10.30 Uhr den Hafen, und unzählige Zuschauer säumen die Hafenmole, um sie feierlich zu verabschieden. Der spektakuläre Massenstart findet auf einer Linie außerhalb des Hafens von Las Palmas statt, der den ganzen Morgen für die Schifffahrt gesperrt ist.  Von der  Avenida Maritima kann man ausgezeichnet den Start verfolgen:  Zunächst die kleinere Regattagruppe um 12.40 Uhr, dann um 13.00 Uhr die Fahrtenseglergruppe, die die Mehrheit der Flotte ausmacht.

 

Auch dieses Jahr informiert die offizielle ARC-Webseite mit Nachrichten vom Tage, Bildern, Wetter und Positionen der Yachten, so dass Freunde, Familien und die Medien das Vorankommen der ARC-Flotte verfolgen können.

 

 Seite drucken  |   Seite versenden