Auswintern: Antifouling neu, aber wie ?14. März 2005 - Stephan Spaltmann ist Fachmann von International Farben und gab bei einem Seminar, zu dem Fachhändler Lenz Regaport im Düsseldorfer Medienhafen eingeladen hatte, Tipps für den Auftrag eines neuen Antifoulings, das auch länger als eine Saison hält. Außerdem zum Streichen und zu Farben und Pflegemitteln. Seglermagazin.de gibt einige Tipps des Fachmanns weiter ...

Berater Stephan Spaltmann International Farben gibt Tipps bei Lenz Regaport Düsseldorf (Foto © www.segelfotos-jag.de / Jo Achim Geschke)

Bewuchs wie Algen oder Schlimmeres bremst nicht nur – er kann auch die Oberfläche des Bootsrumpfes unter Wasser angreifen und schließlich sogar das Gelcoat beschädigen. Die gefürchtete Osmosebildung wäre nur eine Folge.  Also lohnt ein gutes Antifouling auch für die Fahrtenyacht. Stahl- und Alu-Rümpfe schützt es zudem vor Korrosion.

 

Für unterschiedliche Einsatzgebiete, wie Binnenseen oder Rhein oder Zwischengebiete wie Ijsselmeer mit Wechsel zur See oder der Adria gibt es ebenso unterschiedliche Antifouling-Produkte wie für unterschiedliche Bootsgeschwindigkeiten, also etwa bis 25 Knoten und über 25 Knoten.

 

Die polierenden Antifoulings Micron optima, Micron extra und Boatgard von International Yachtfarben sind beispielsweise die geeigneten für Süßwasser (da besonders Boatgard)  und schwierige Bewuchsverhältnisse, Cruiser Uno spart Zeit und verlangt nur eine Schicht. Hartantifoulings sind etwa als VC 17m extra und VC 17m Biozidfrei sowie VC offshore with Teflon geeignet für Regattayachten.

(Genaue Auskünfte über das richtige Antifouling bietet die Broschüre, siehe unten.) Die VC 17m Produkte sind dünnschichtige Produkte mit Teflon und sorgen für eine äußerst glatte Oberfläche.

 

Aluminiumboote und Stahlrümpfe können mit speziellen Antifoulings gestrichen werden wie etwa Trilux, Cruiser future und VC 17m biozidfrei für Aluboote.

 

Ganz wichtig: Verträgt sich das Antifouling mit dem bisherigen Anstrichsystem, eventuell von einem anderen Hersteller?

Wir können hier zwar nur empfehlen, den Fachhändler zu fragen. Allerdings gibt es einen guten Tipp: Primocon als Sperrschicht auftragen und dann das neue International Antifouling auftragen. Das geht allerdings nicht bei VC 17m.

 

Jetzt kommt also bald die Zeit, das Boot neu zu streichen. Ein Antifouling, richtig grundiert und verarbeitet, kann laut Fachberater Spaltmann mehrere bis etliche Saisons halten. Zuerst also untersuchen: Haben sich Risse gebildet? Blasen? Blättert die Farbe sogar an einigen Stellen ab? Dann heißt es: Runter damit.

 

Es gibt dafür Abbeizer, Sie können auch schleifen. Bei allen Arbeiten: An die Gesundheit denken! Overall tragen, Schutzmaske, Handschuhe. Hautkontakt vermeiden, und besonders bei Trockenschleifen: Maske. Der feine Staub ist gesundheitsschädlich.

 

Wenn sie abbeizen, so Spaltmann: einen m² auftragen, Zeitungspapier drüber, damit die Inhaltsstoffe wirken und nicht verdunsten, nach einer Stunde abziehen.

 

Dann den Untergrund mit sehr viel Wasser säubern – das ist wichtig, damit nicht alte Stoffe wieder eingeschliffen werden.

Schleifen mit 180er Papier, dann mit viel Wasser reinigen. Dazu gibt es auch den Yacht Line Super Cleaner.

 

Dann kommt das Antifouling: Bitte an die Verarbeitungshinweise halten, dünn wie gefordert auftragen und vor allem: Nicht verdünnen. der Rumpf sollte die gleiche Temperatur haben wie die Außenluft – dann gibt es keine Probleme mit Kondensation. Wegen der Feuchtigkeit nicht unter 10 Grad und nicht vor 11 Uhr und nicht nach 15 Uhr arbeiten.

 

Gasbrenner erzeugen Feuchtigkeit – sind also gar nicht so optimal.

Durchzug in der Halle lässt vielleicht die Oberfläche schneller trocknen – aber dann kann es darunter noch feucht sein, die Wirkstoffe können nicht weg, Unter der trockenen Schicht bleibt es feucht, und das erzeugt Risse oder Blasen ...

 

Arbeiten Sie mit einer Rolle, die auf beiden Seiten abgerundet ist, die hinterlässt beim Streichen keine Kante in der Farbe. Einmal verteilen, dann von oben nach unten rollen.

Danach mit einem breiten, guten Pinsel von oben nach unten abziehen, ganz leicht! Am besten, sagt Spaltmann, arbeiten Sie zu zweit, einer rollt, einer oder eine zieht mit dem Pinsel direkt danach ab. "Am besten beide zusammenketten", scherzt Spaltmann.

 

 Wer jetzt ein neues Antifouling wie VC micron richtig aufträgt und dabei vier bis fünf dünne Schichten streicht, hat bis 2007 Ruhe, meint der Fachberater. (Dickes Auftragen bringt übrigens keinen Vorteil ...)

 

Für ein 9-Meter-Boot (30 Fuß) sind etwa 3,5 Liter für zwei Schichten nötig. Die Menge des benötigten Antifoulings oder der neuen Farbe lässt sich mit einer Tabelle ausrechnen.

 

Auch dafür stellt International Yachtfarben eine "Anstrichfibel für Yachten" zur Verfügung, die gibt es beim Fachhändler ebenso wie eine CD Rom mit Datenblättern und Videos, die Arbeitsschritte erklären. Erhältlich bei Händlern wie Lenz Regaport in Düsseldorf, dem wir für die Unterstützung danken.


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