Boot 2010 - neue Motorboote& Motoryachten

24. Januar 2010 - Düsseldorf. Auf der Boot in Düsseldorf werden wieder etliche Neuheiten und neu gestaltete Boote vorgestellt. Darunter unter anderem neue Antriebsformen aus dem Zusammenspiel zwischen Elektro- und Dieselantrieb (Hybrid) wie die interessante Greenline 33 - oder bei Frauscher ein Boot mit serienreifem Wasserstoffzellen- Antrieb.

Neue Boote auf der Boot 2010 wie diese Greenline Hybrid 33 (Foto Jo Achim Geschke / www.motoryachten-und-meer.de )

Hybrid Greenline 33

Die drei Jacopins, Japec, Bruder Jerney und Sohn Tilen haben ein Hybridboot in der
10 m Klasse entwickelt, die Greenline 33‘. Sie kommt mit einem 75 PS starken VW
Dieselmotor auf 13,8 kn, mit Elektromotor auf 5,9 kn. Elektrisch gefahren ist acht
Stunden lang kein Motorengeräusch zu hören, nur das Plätschern der Wellen. Bei
geringer Geschwindigkeit kann sie sogar unbegrenzt elektrisch unterwegs sein. Denn
die Spezialbatterien werden permanent über Photovoltaikzellen auf dem Kajütdach
nachgeladen. Ansonsten ist das zeitgemäße Konzept mit Salon und Vorschiffskabine
so ausgelegt, dass sich zwei Personen an Bord wohl fühlen und Gäste ab und zu
einmal im Salon übernachten können. Das große Fenster hinter dem Pantryblock
lässt sich großflächig öffen, um Kochdünste nach außen abzuleiten. Die Werft hat
ihren europäischen Händlern zunächst einmal acht Boote überlassen. Nach der boot
2010 erfolgt eine Auswertung, inwieweit Händler- oder Kundenwünsche in die
künftige Serienproduktion noch einfließen sollten.
Greenline Halle/Stand 4/ A 32 – A 39


Erstmals mit Brennstoffzelle

Nachdem mit Wasserstoff betriebene Fronius Brennstoffzellen bereits seit ein paar
Jahren Gabelstapler für Hallen und Großmärkte antreiben, kommen sie jetzt
erstmalig auf einem Boot zum Einsatz – der 6m langen Riviera 600 von Frauscher.
Die Brennstoffzelle ist ein elektrochemischer Stromerzeuger. Gase werden oxidiert
und direkt in hochwertige Energie umgewandelt. Als einziges Abgas entsteht pures
Wasser. Bitter, Fronius und Frauscher fanden sich zusammen, um das Thema
Wasserstoff für Boote voranzutreiben. Fronius steuert die vom TÜV Süd
abgenommenen Brennstoffzellen bei, Bitter die Tankkartuschen und Frauscher die
Elektroboote. Wasserstoffanbieter denken bereits über ein Vertriebsnetz für
Tankkartuschen oder Tankstellen nach, damit sie gerüstet sind, wenn demnächst
Pkws mit Brennstoffzellenantrieben über die Straßen rollen. Der ökonomische
Hauptvorteil gegenüber einem herkömmlichen Elektroboot liegt in der wegfallenden
Ladezeit. Die dauert beim konventionellen Elektroboot sechs bis acht Stunden und
steht einer Betriebszeit von lediglich zwei bis drei Stunden gegenüber. Beim
Brennstoffzellenboot ist die Kartusche mit 26 l Inhalt in fünf Minuten gewechselt. Das
Boot hat bei vollem Wasserstofftank eine Reichweite von 80 Kilometer und kommt
damit doppelt so weit wie mit der standardmäßigen Batterieausstattung.
Frauscher Halle/Stand 5/ A 21



Flüsterer
Farmonts erstes, 6, 20 m langes Elektroboot mit einem 61 PS starken wassergekühlten
Elektromotor und Z-Antrieb ist eine weitere Weltpremiere und kommt aus Antalya. Es
soll bis zu 30 km/h schnell sein. Bei diesem Tempo soll die Ladung der Lithium-
Polymer Akkumulatoren für eine Stunde Fahrzeit reichen. In dem offenen Boot aus
Epoxy haben bis zu vier Personen Platz.
Farmont Yachts Halle/Stand 6 / A 10



Schnuckelig
Auf Einsteigermodelle hat man sich bei der niederländischen Pedro Werft besonnen.
Üblicherweise baut die Werft Stahlkreuzer. Das GFK Kasko der 8,45 m langen Pedro
Cantia 28‘ entstand deshalb außer Haus. Der Entwurf basiert auf englischen
Lotsenbooten, nach CE B Klassifizierung eignet sich Pedros Kleine auch für
Küstengewässer. Sie hat einen geschlossenen Salon, der durch zwei Flügeltüren
zum achterlichen Cockpit weiträumig zu öffnen ist. Außen kann man auf den
Seitendecks um den Aufbau herumgehen. Innen sorgt das Interieur aus Teakholz für
ein klassisches Ambiente. Der Salon ist mit L-Sofa für vier Personen ausgelegt. Der
Einzelsitz am Steuerstand und der Pantryblock dahinter sind zweckmäßig gehalten.
Achtern und vorn bieten die beiden Kabinen vier Schlafplätze. Ein 55 PS starker
Volvo Penta Diesel treibt den schnuckeligen Verdränger an. Außerdem wird eine
überarbeitete Pedro 43‘ Bora zu sehen sein, ein stählerner Trawler, der sich bereits
seit vielen Jahren im Markt etabliert hat.
Pedro-Boot Halle/Stand 15 / A 55 - A 56


20er-Jahre neu belebt
Im Stil der Gentlemens Runner aus den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts
entstand die Frauscher 717 GT aus Österreich. Zwar an die Vorbilder anknüpfend,
aber keinesfalls im Retrodesign. Das außergewöhnliche Stufenrumpfdesign ist
brandaktuell, der Mittelmotor mag noch als Relikt an die goldenen Zwanziger
erinnern. Das GFK Boot mit Teakdeck bietet im offenen Cockpit den Fahrstand und
Platz für fünf Personen.
Frauscher Halle/Stand 5/ A 22



Trawler mit Sonnendeck
Bénéteau aus Frankreich stellt den 11,14 m langen Swift Trawler 34 Sedan erstmals
ohne Außensteuerstand auf der Flybridge vor. Die Flybridge dient hier als
Abstellplatz für Beiboot, Fahrräder, Surfbretter und andere sperrige Gegenstände
oder als Sonnenliege im Kingsize-Format. Den Halbgleiterrumpf, der auf einem
gemeinsamen Entwurf von Joubert-Nivelt und Beneteaus Motorboot-
Konstruktionsbüro beruht, hat der Trawler von den bereits etablierten großen
Schwestern ST 52 und ST 42 übernommen. Auch beim Außendesign standen die
Schwestern Pate. Besonders markant gestylt ist das Steuerhaus. Im Cockpit bietet
eine große Backskiste reichlich Stauraum für diverses Bootszubehör. Für den
Zugang zur Heckverlängerung mit Badeleiter gibt es eine Pforte, und die
Vordecksonnenliege vor dem Steuerhaus erreicht man wahlweise über das StBSeitendeck (mit Tür nach innen) oder das bestens gesicherte BB-Seitendeck. Im
Salon lässt sich ein Klappsofa zur Doppelliege entfalten. Gäste- und Eigenerkabinen
befinden sich im Vorschiff. Ein 425 PS starker Cummins-Diesel ist für eine
Höchstgeschwindigkeit von 21 kn gut.
Bénéteau Halle/Stand 4 / A 57

42er mit Fly, 30er ohne
Mit der 13,99 m langen Antares 42‘ krönt Bénéteau sein Tourenprogramm. Die
Nachfolgerin der Antares 12 vereint ein elegant-schnittiges Profil mit viel Wohnraum
und gepflegtem Innendesign. Mit der Deutschland Premiere schließt die Werft von
der französischen Atlantikküste die Rundumerneuerung des Sportfischerboote-
Programms ab. Mit zwei 380 PS starken Yanmar-Motoren mit Wellenantrieben
erreicht die Antares 42‘ eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 30 kn. In die elegant
gestreckten Linien wurde eine Flybridge integriert. Unter Deck steht die Neue
größeren Yachten in Sachen Platzangebot und Bewegungsfreiheit um nichts nach.
Zahlreiche Lösungen an Bord machen deutlich, wie optimal das verfügbare
Innenraumangebot genutzt wird. Die Antares 42‘ hat zwei Kabinen und zwei Bäder,
eines davon mit separater Dusche. Der Salon lässt sich so umbauen, dass bei
Bedarf zwei zusätzliche Schlafplätze entstehen. Nach gleichem Konzept – aber
kleiner – entstand die 10,22 m lange Antares 30’S, eine Weltpremiere in Düsseldorf.
Auch ihr Salon lässt sich zum Gästeschlafzimmer umwandeln. Im Vorschiff gibt es
zwei Kabinen, für den Eigner mit Doppelbett, für die Gäste mit Etagenbetten.
Bénéteau Halle/Stand 4/ A 57


Air Steps helfen Sparen
Die 13,70 m lange Monte Carlo 42‘ von Bénéteau ergänzt das Sport Cruiser-Angebot
mit Air Step Rumpfform. Die für den Toureneinsatz konzipierte Monte Carlo 42‘
vermittelt ein ebenso sanftes wie sportliches Fahrgefühl, meint die Werft. Die
gemeinsam von den Beneteau-Konstrukteuren Patrick Tableau und Maud Tronquiez
und dem Hydrodynamikspezialisten Rémi Laval-Jeantet entwickelte innovative Air
Step Technologie spiegelt das Engagement der Werft in Sachen Umweltschutz
wider. Diese innovative Technologie bietet die Möglichkeit, den Rumpf zu verlängern
und gleichzeitig die erforderliche Motorleistung zu reduzieren. Für die Motorisierung
hat die Werft zwei je 370 PS starke Diesel mit Volvo Penta IPS Antrieben und
Joystick für leichtes Anlegen gewählt. An Bord ist alles darauf abgestellt, das Leben
so angenehm wie möglich zu machen. Die umbaufähige Cockpitsitzbank achtern mit
Beibootgarage darunter ist je nach Bedarf als große Sonnenliege oder als gut
geschützter Sitzbereich nutzbar. Aus der Heckgarage lässt sich das Beiboot per
Seilwinde zu Wasser lassen. Großzügige Stehhöhe und harmonisch auf mehrere
Ebenen verteilte Wohnflächen sorgen dafür, dass auch unter Deck im Salon und in
den drei Schlafkabinen kein Gefühl der Beklemmung aufkommt.
Bénéteau Halle/Stand 4 / A 57



In Alaska erprobt
Ranger Tugs will die 8,90 m lange Ranger Tugs R-29 von der Westküste der USA
zum ersten Mal nach Düsseldorf bringen. Im Stil eines Arbeitsbootes gebaut, hat sich
das Boot bereits bei langen Intercoastal Seereisen entlang der durch vorgelagerte
Inseln reichhaltig geschützten Küste vom nordwestlichen US-Bundesstaat
Washington bis in den Norden Alaskas bewährt, sagt der europäische Werftvertreter
Ted Fagerburg. In Deutschland wird die Marke von Targa Yachten aus Hamburg
vertreten. Die R-29 verdrängt 4,2 t, bietet im Vorschiff eine Schlafkabine für zwei
Personen, ein Duschbad und im Salon mit Steuerstand Sitzplätze für vier Leute. Bug und Heckstrahlruder sollen für perfektes Anlegen sorgen, ein Yanmar Diesel für 15
kn Marschfahrt.
Targa Yachten / Ranger Tugs Halle/Stand 4/ A 59



Tiefer gelegt
Beim Entwurf der Nimbus 25‘ Paragon aus Schweden berücksichtigte Sakari Mattila
den Rat von Küstenwachen und Rettungsboot-Crews. Gedacht ist die Nimbus als
Tagsboot für raue See. Der Kunstoffrumpf ist mit 26,5° äußerst tief aufgekimmt,
erhielt zusätzlich an den Außenkanten zwei Schwimmer, um auch in engen Kurven
Stabilität zu wahren. Um den Schwerpunkt des Bootes weit unten zu halten, wurde
der Kajütboden gegenüber dem Hauptdeck tiefer gelegt. Das Hauptdeck ist rund um
das zentral angeordnete Ruderhaus stolperfallenfrei. In der zweckmäßigen Kabine
gibt es hinter dem Steuerstand mit Fahrer- und Beifahrersitz ein Gästesofa. Durch
eine Dachluke können Fahrer und Beifahrer für besseren Überblick ihre Köpfe
heraus stecken. Ein 260 PS starker Motor sorgt für ein rasantes Spitzentempo von
38,5 kn.
Nimbus / Boote Polch Halle/Stand 4 / B 59



www.boot.de

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