Gäbler / Struckmann erste Spitzenreiter bei Tornado WM

26. Februar 2008 - TAKAPUNA. Roland Gäbler und Gunnar Struckmann vom T-Systems Team 2008 haben zum Auftakt der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland die Führung übernommen. Der dreimalige Titelträger, der im dänischen Tinglev wohnt, segelte mit seinem Kieler Vorschoter am Montag (25. Februar) zweimal auf Platz drei und ließ damit die US-Amerikaner John Lovell/Charlie Ogletree (2. und 5.) in der Gesamtwertung einen Punkt hinter sich. Mitch Booth und Pim Nieuwenhuis aus den Niederlanden (7./2.) sind Dritte. Die Olympiakandidaten vom T-Systems Team, Johannes Polgar aus Dänisch-Nienhof bei Kiel und Florian Spalteholtz (Eckernförde) erwischten einen rabenschwarzen Tag und liegen als 25. nur knapp vor ihren Konkurrenten um die Olympiatickets, Tino und Nico Mittelmeier aus Ueberlingen, gegen die im April eine nationale Ausscheidung in Frankreich ansteht.

Roland Gäbler und Gunnar Struckmann vom T-Systems Team 2008 (Foto © T-Systems / N. Krauss)

„Nach einer Durststrecke von anderthalb Jahren ist dieser WM-Start eine Genugtuung“, meinte Gunnar Struckmann, „wir kommen auf diesem Revier offenbar sehr gut zurecht. So macht das Segeln richtig Spaß.“ Bei mittleren Winden um vier Beaufort knüpfte das Duo an die starken Leistungen der Vorregatta Sail Auckland an, in der es eine Woche zuvor Zweiter geworden war. Gesegelt wird im Hauraki Golf, wo im Jahr 2000 noch der America’s Cup stattfand. Gäbler/Struckmann, die in der Weltspitze zu den schwereren Mannschaften gehören, spielten ihren Starkwind-Trumpf mit exzellenter Bootsgeschwindigkeit aus und behielten taktisch den Durchblick. Gäbler: „Wir haben in beiden Rennen die Winddreher ausgenutzt und sind kontinuierlich nach vorne gefahren.“

 

Dagegen erwischten Polgar und Spalteholtz diese Dreher jeweils auf der falschen Seite der Startkreuz und waren bereits nach der ersten Teilstrecke im Hintertreffen. „Wenn sich die Windrichtung um 40 Grad gegen dich wendet, hast du keine Chance mehr, vorne mitzumischen“, so der Steuermann, der den „Schrotttag“ am liebsten gleich abhaken und nach vorne schauen wollte. „Einfach vergessen und morgen wieder voll ran“, lautete seine Devise.

 

Für das T-Systems Team 2008 ist die Weltmeisterschaft schon der zweite Saisonhöhepunkt nach der Sail Melbourne Regatta in Australien im Januar. Dort hatten Gäbler/Struckmann zuletzt verpasst, die Nominierungskriterien für eine sechste Olympiateilnahme des Steuermanns zu erfüllen. „Nun ist der Qualifikationsdruck weg, und wir können endlich zeigen, dass wir das Segeln nicht verlernt haben“, freute sich Struckmann über die Wiedergutmachung. Noch seien zwar vier Renntage mit sieben Wettfahrten zu absolvieren. Aber die Ausgangsposition mache Mut. Die Windbedingungen sollen sich am zweiten WM-Tag wiederholen, bevor die Brise danach schwächer werden dürfte.
 


Erster Tag der Tornado-Weltmeisterschaft in Takapuna/Neuseeland:




1. Roland Gaebler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 6 Punkte
2. John Lovell/Charlie Ogletree (USA) 7
3. Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (Niederlande) 9
4. Andrew Walsh/Edward Barney (Großbritannien) 9
5. Yann Guichard/Alexandre Guyander (Frankreich) 13
6. Fernando Echavarri/Anton Paz (Spanien) 15


25. Johannes Polgar/Florian Spalteholtz (Dänisch-Nienhof/Eckernförde) 49
26. Tino und Nico Mittelmeier (Ueberlingen) 53