Illbruck-Analyse: Bestes Team
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Die "Illbruck" (Foto © Rick Tomlinson/ volvooceanrace.org) |
Die Frauen auf "Amer Sports Too" hatten am meisten unter der kurzen Vorbereitung zu leiden - und genau das war der Vorteil für "Illbruck": Michael "Illbruck" hatte bereits sehr frühzeitig, während des Whitbread 1998, die Kampagne gestartet. Er hatte John Kostecki eingeladen, der damals auf "Chessie Racing" um die Welt segelte. Zu Kostecki kam der Neuseeländische "Kiwi-" Segelmacher Ross "Rosco" Halcrow etwa um die gleiche Zeit dazu. Und dann kam eines der wichtigsten Elemente der Vorbereitung: "Illbruck" schaffte den Coup, die beiden Yachten des erfolgreichen EF-Teams vom Whitbread '98 als Trainingsboote zu kaufen.
Da Entscheidenste aber waren wohl die Trainings-Zeiten im Camp in Spanien, in der das Crew-Team ab Ende 1998 bereits ausgewählt wurde. Von der "Yacht" bis zu Tageszeitungen hatten sich da Kommentare durchgesetzt, die beklagten, dass keine Deutschen dabei waren ... Kostecki und "Illbruck" haben kurz nach dem Rennen erklärt, dass es damals einfach keine deutschen Hochsee-Segelprofis mit genügend Erfahrung gab. Und Tim Kröger, einer der wenigen Hochsee-Profis, der Erfahrung hatte, passte aus anderen Gründen nicht ins Team, sagt Kostecki.
Toni Kolb jetzt international
So isses wohl noch. Nur Tony Kolb gehört jetzt zu den ganz Erfahrenen – und er wird jetzt das Pazifikrennen "Pacific Cup" ab San Fransisco mit einem der bekanntesten amerikanischen Skipper segeln, danach mit Jeff Ecklund und Harry Melges die "Melges 24 World". Der 26-jährige Bootsbauer, der mit Kraft, Können und seglerischer Intelligenz ins Team kam, hat jetzt eine internationale Segel-Karriere vor sich. Aber – wenn die Illbruck-Crew wieder ruft, lässt er alles stehen und liegen, um wieder mit ihr zu segeln!
Mehr als drei Jahre also zur Vorbereitung des Starts im September 2001.
Und: "Illbruck" und Kostecki, der dabei wohl sehr freie Hand hatte, heuerten sehr früh erfahrene Hochsee-Segler mit Whitbread-Erfahrung an, bevor die anderen Syndikate auch nur an den ersten dachten. Damit konnten sie sehr früh gute Leute gewinnen.
Die Mannschaft machts
Dazu kamen so excellente Leute wie Chris Bedford, der 25 Jahre lang Wetter Beobachtung machte, oder der Designer / Konstrukteur Michael Richelson: Er wirkte bei America One mit, und er war Bindegleid zum Farr Yacht Design, als der VO 60-Racer in Leverkusen gebaut wurde. Und der wurde mit kleinen Modifikationen gebaut : Der Wasserballast liegt mehr außen, der Kiel ist etwas schwerer, der Bug etwas voller. Die "Illbruck" ist ein wenig schneller als die anderen VO60s ! (siehe ""Illbruck auf der Couch"). Und der Segelmacher, erfahren aus dem Whitbread '98, entwickelte neue Segel ...
Aber nicht nur dass ist es: Der Rheinländer Illbruck und der Amerikaner John Kostecki haben es geschafft, ein hochmotiviertes Team aus den höchst verschiedenen Seglern zusammen zu schweißen, auf das Team Illbruck und auf den gemeinsamen Erfolg hin zu motivieren. Kostecki, unbestritten der seglerische Skipper des "Illbruck"-Teams, ist nicht der Skipper mit dem Messer zwischen den Zähnen und der neunschwänzigen Katze: Entscheidungen werden diskutiert, wenn irgend möglich. Und der Rheinländer Michael Illbruck ist nicht der, der autoritär dazwischen funkt ...
Die insgesamt 14-Köpfige Crew der „illbruck“, die sich während der neun
Etappen abwechselte:
Ed Adams (Taktiker), Stuart Bannatyne (Wachführer),
Stu „Waffler” Bettany (Vorschiff), Mark “Crusty” Christensen (Wachführer),
Richard Clarke und Ray “Hooray” Davies (Segeltrimmer/Steuermann), Dirk
“Cheese” de Ridder (Segeltrimmer), Noel “Nitro” Drennan
(Segeltrimmer/Steuermann), Jamie Gale/Mast, Ross “Rosco” Halcrow
(Segeltrimmer und Segelprogramm-Manager), Tony Kolb (Vorschiff),
Co-Navigator Ian Moore sowie Skipper John Kostecki und Navigator Juan
Vila.
Endstand Volvo Ocean Race 2001- 2002
:
1. illbruck (Leverkusen) 61 Punkte
2. Assa Abloy (Schweden) 55
3. Amer Sports One (Finnland/Italien) 44
4. Tyco (Bermudas) 42
5. News Corp (Australien) 41
6. djuice (Norwegen) 33
7. SEB (Schweden) 32


