Internationale Deutschen Meisterschaft der 505er : Jens Findel und Andreas Achterberg Deutsche Meister
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Jens Findel und Andreas Achterberg, neue Deutsche Meister im 505er. (Foto: Jan-Frederik Wäller, www.waeller.info) |
In der entscheidenden zwölften Wettfahrt wollte Findel die Rostocker eng decken, schon vor dem Start kam aus zu Match-Race artigen Positionskämpfen. Zum Start lösten Findel/Achterberg die jedoch enge Deckung, da sie auf der rechten Bahnseite einen Vorteil witterten. Aber der Schweriner See ist tückisch, der Vorteil wurde zum Nachteil, Findel/Achterberg fuhren mit Platz 17 ein Streichergebnis ein und mussten aus der zweiten Reihe beobachten, wie Stengel/Feller sich nach vorne arbeiteten. Als kurz vor Zieldurchgang ein Boot kenterte und damit Stengel/Feller einen weiteren Punkt nach vorn brachte, glaubten Findel und Achterberg die Meisterschaft verloren. Am Ende hatten beide Teams 38 Punkte, als Tie-Breaker wurde die Zahl der Tagessiege herangezogen. Die Rostocker hatten zwei Läufe gewonnen, Findel/Achterberg jedoch drei, und so standen die Deutschen Meister fest. Platz drei belegte der Herrschinger Christian „Kelly“ Kellner mit Martin Schöler am Draht.
Das Niveau im 505er ist also nach wie vor ausgesprochen hoch, auch wenn einige Leistungsträger gar nicht antraten, weil sie in größeren Booten „fremdgingen“. 505er Guru Holger Jess und der Deutsche Meister von 2006, Dietrich Scheder-Bieschin sammelten vor Sardinien Erfahrungen bei der Melges 24 Weltmeisterschaft. Der deutsche Meister von 2007, Boris Hermann, fehlte ebenfalls entschuldigt: Er hatte erst vor kurzem mit seinem vielbeachteten zweiten Platz beim Artemis Transat mit seinem Open 40 „Beluga Racer“ für Schlagzeilen gesorgt. Er gratulierte den neuen Deutschen Meistern per E-Mail aus seinem Ankunftshafen Marblehead.
Unter den 42 Booten waren auch Mannschaften aus Polen und Finnland; bereits Stammgast bei Deutschen Meisterschaften ist die amerikanische Vorschoter-Legende Peter Alarie, der mit Hasso Plattner auf Platz dreizehn segelte. Das beste Frauen-Team (Birkner/Stenger) ersegelte Platz zehn, das beste Mixed-Team (Schomäker/Görge) belegte am Ende Platz acht. Die routinierte Wettfahrtleitung um Dirk Kaiser wurde von den Seglern ebenso gelobt wie das Ambiente und die Betreuung durch den Schweriner Segler-Verein.
Erstmals setzten die 505er ein GPS-Tracking-System ein. Dabei wurden 20 Boote mit GPS-Rekordern ausgestattet. Die aufgezeichneten Daten konnten abends als Video angesehen werden. So ist eine gezielte Analyse von rennentscheidenden taktischen Szenen möglich.
Die deutsche 505er Klassenvereinigung fördert diese Technologie. Mit der Datensammlung von Geschwindigkeiten und Winkeln auf der Kreuz und vor dem Wind soll nicht nur das Niveau der deutschen „Fiven“-Flotte weiter verbessert werden. Mittelfristig soll die GPS-Technik den Segelsport auch für Zuschauer nachvollziehbarer und attraktiver machen.
Das GPS-Tracking wird also auch bei den kommenden Saisonhöhepunkten eingesetzt werden. Als nächstes steht die Kieler Woche auf dem Programm, es folgt der Euro-Cup im Rahmen der Travemünder Woche. Krönender Abschluss der Saison wird die WM in Sizilien im Oktober.
IDM 505er 2008 (die ersten Zehn) :
1. Findel/Achterberg
2. Stengel/Feller
3. Kellner/Schöler
4. M.Görge/Haverland
5. Chocian/Stückl
6. Christophersen/Salein
7. Böhm/Roos
8. Schomäker/R.Görge
9. C.Lehmann/Oehme
10. Birkner/Stenger
http://www.int505.de/


