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Hobie-Jugendtraining am Elfrather See bei Krefeld (Foto © DSCU) |
Die Optigruppe am Unterbacher See kann sich vor Zulauf kaum retten. An schönen Segeltagen sind 30 und mehr Boote auf dem Wasser. Selbst im Winter, wenn der Unterbacher See für Segler gesperrt ist, geht es in Roermond oder am Baldeney-See zur Sache. Viele der Jungen und Mädchen haben sich im Aktionsbecken der »boot« die ersten Sporen vor großem Publikum verdient.
Segeln ist seit Volvo Ocean Race, Alinghi oder Ellen MacArthur Trendsport bei Jungen wie Mädchen. Vor allem aber zahlt sich die kontinuierliche Jugendarbeit der Düsseldorfer Segelclubs Unterbacher See (DSCU) aus. Die Jüngstengruppen sichern kontinuierlichen Nachwuchs für das Leistungssegeln mit O-Jollen Urgestein Rolli Franzmann mit seinen jungen Co-Trainern Jenny Thiele und Tim Neumann.
Nachwuchssorgen?
Leider ist die schöne Zeit mit 14 oder 15 Jahren vorbei. Die Jugendlichen wachsen aus dem Opti heraus, die Seifenkiste ist nicht mehr cool genug. Stumpfes Manöverüben ist nicht mehr angesagt. Noch mehr als andere Sportarten haben die Segler mit einem Bruch zu Beginn der Pubertät zu kämpfen. Nach dem Opti-Training lösen sich die Trainingsgemeinschaften auf. Einige Segler gehen in den 420er, manche in den Laser oder Piraten – eine kontinuierliche Betreuung auf Vereinsebene funktioniert dann nur noch in Ausnahmefällen. Und selbst bei den Kaderseglern wohnen Skipper und Schotte oft hunderte von Kilometern voneinander entfernt – ein regelmäßiges Training oder gar eine seglerische Freizeitgestaltung sind unter solchen Bedingungen illusorisch. Wie aber kann man Jugendliche in diesem schwierigen Alter zum regelmäßigen Vereinssegeln motivieren? »Gerade die Jugendförderung im Segelsport ist ein besonderes Anliegen des Düsseldorfer Segelclubs Unterbacher See. Deshalb sind neue Konzepte wichtig, um den Jugendlichen in der heutigen Zeit sportliche Perspektiven aufzuzeigen«, betont Gabriela Thiele, erste Vorsitzende des DSCU.
Modernes Trainingskonzept auf rasanten Booten
Mit altbackenen Booten und den Segelgeschichten der Großvätergeneration kann man Jugendliche nicht mehr von Fernseher und Spielkonsolen weglocken. Die Playstation-, Kiter- und Snowboard-Generation will nicht in der VB-Jolle auf dem See herumdümpeln, sie erwartet ein altersgerechtes Image und viel Action. Oder anderes herum: Segeln muss sich der zunehmenden Konkurrenz anderer Freizeitoptionen stellen. Darauf müssen sich auch die Vereine einstellen, wollen sie attraktiv bleiben und nicht auf Dauer vergreisen. Jugendgerechte Angebote, Boote mit jugendlichen Image, Trapez und Spinnaker, sowie der passende Lifestyle bei Kleidung und Party gehören zusammen.
Der DSCU will es nun mit dem Hobie 16 versuchen. Einerseits ist der Hobie eine anerkannte ISAF-Jugendklasse, bei der Jungen, Mädchen und gemischte Crews gleiche Chancen haben. Anderseits steht das Bananensegeln für eine junges Lebensgefühl: »The Hobie Way of Life«. Der 16er gilt als Einstieg in den Tornado. Das Boot ist robust, wertbeständig und ausgesprochen sicher. Er ist für jedes Revier geeignet. Der Hobie 16 ist am Nordseestrand genauso zuhause wie auf den Bahnen der Kieler Woche. Die Regatten »Rund Texel«, mit vielen hundert Booten vor Kellenhusen und Sylt, oder »Rund Fehmarn« sind nicht nur unter Seglern legendär. Selbst auf belebten »Tümpeln« wie dem Unterbacher See, dem Harkortsee oder dem Rahmer See macht es Riesenspaß, den Hobie schnell und sicher auf nur einer Kufe zu segeln.
In diesem Punkt galt es, den Zweckverband Unterbacher See zu überzeugen, der ein Hobie-Training am See nun, wenn auch unter strengen Auflagen, genehmigt hat und so der Zukunft am See Tür und Tor öffnet.
Wie erfolgreich eine Hobie-16-Jugendarbeit sein kann, haben der SKBUe mit Unterstützung von Bayer und die Hobie-Klassenvereinigung im Westen bewiesen. Nicht nur die Zahl der Aktiven steigt. Inzwischen gibt es kaum eine Regatta von Rang und Namen, bei der nicht ein Jugendteam mit dem großen Bayer-Kreuz auf dem bunten Segel ganz vorne mitmischen würde. Der 16er hat sich als ideales Boot für die Jugendarbeit im Verein herauskristallisiert.
Ziel des DSCU ist eine kontinuierliche, professionelle und altersgerechte Betreuung der Kids: »Vom Opti zu Olympia!«. Vom spielerischen Umgang mit den Elementen, über altersgerechten Breitensport bis zum leistungsorientierten Segeln soll ein attraktives Spektrum für Jugendliche geboten werden. Spaß und jugendgerechte Freizeitgestaltung, Training von Teamfähigkeit und sozialer Kompetenz stehen im Mittelpunkt, vor allem aber Auswahl und kontinuierliche Förderung von Nachwuchspotenzial.
Einer der designierten Trainer ist einst selbst im Opti über den Unterbacher See geschippert: Jenny Thiele, ehemaliger deutscher Jugendmeister im Laser-Radial und selbst Tornado-Kadersegler. Er wird das professionelle Training gemeinsam mit dem umtriebigen Mr. Hobie und SVNRW-Pressesprecher Enno Klapper, der wesentlich für die erfolgreiche wie zeitgemäße Konzeption des SKBUe Jugendtrainings verantwortlich ist, durchführen.
Neue Wege
Der DSCU will mit Unterstützung der Hobie-Cat-Klassenvereinigung und der regionalen Hobie-Cat-Vertretung Catawest mit einem Angebot für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren einen neuen Kurs einschlagen. Ein solches Angebot lässt sich nicht mit Bordmitteln aus dem Boden stampfen – Boote, Training und Regatten sind teuer. Deshalb ist ein durchfinanziertes, sponsorengerechtes Konzept notwendig. Es sollen für die Jugendlichen Hobies in einer Art Leasing beschafft und über Sponsoren finanziert werden.
Dabei steht ein hoher Nutzen für Sponsoren und Gesponsorte im Mittelpunkt – ein faires und konsequentes Geben und Nehmen. Für die Sponsoren ist die hohe Emotionalität des Segelns, insbesondere der Katamaranklassen, ein echter Mehrwert. Das zeigen nicht zuletzt die verstärkten Aktivitäten von Volvo, BMW, T-Systems, aber auch von vielen Mittelständlern, im Segelsport.
Im Stadtrevier Unterbacher See bei Düsseldorf suchen tausende Besucher aus der ganzen Region Fitness und Erholung: Schwimmer, Wanderer, Inline-Skater, Jogger, Biker, Surfer und Segler. Und mittendrin die große Gastronomie mit Seeterrasse und Biergarten. In diesem Umfeld sind die über 20 Quadratmeter großen Hobie-Segel dynamische und Aufmerksamkeit heischende Werbeträger mit höchster emotionaler Aufladung. Zudem sind jugendliche Seglerinnen und Segler – ähnlich wie zum Beispiel Snowboarder – Trend- und Meinungsführer im Umfeld Fun- und Leistungssport, Freizeit und Action.
Der DSCU denkt dabei an ein »doppeltes Patenkonzept«: Jugendliche und Sponsoren übernehmen die Patenschaft für ein Boot. Die Jugendlichen tragen dafür einen kleinen Obolus und sorgen für die Bootspflege. Sie stehen aber auch den Sponsoren ihrer persönlichen Boote in einem dem Zweck und den Jungendlichen angemessenen Rahmen – z.B. für werbliche Zwecke – zur Verfügung. Hinzu kommen aktive Unterstützung bei der Pressearbeit durch den Pressesprecher des SVNRW, Unterstützung von anerkannten Marketingexperten aus dem Vereinsumfeld, Angebot von Bild- und Filmmaterial und Vieles mehr.
Großes Segel-Ereignis am 7. und 8. Mai
Der nächste Hobie-Ereignis am Unterbacher See ist bereits für den 7. und 8. Mai geplant. Es kommen nicht nur eingefleischte Regattasegler auf ihre Kosten. Neben einem Rahmenprogramm für Segler und Nichtsegler ist vor allem ein Hobie-Schnuppersegeln für Jugendliche und Junggebliebene geplant.
Kontakt
Interessierte Sponsoren erhalten ausführliche Informationen bei:
Dr. Lutz Becker
Telefon: +49 (0)171 5444397
E-Mail: lutz.becker
inscala.com
Website des DSCU: www.dscu.de


