Transat Jacques Vabre 2003: Taktik auf'm Atlantik

09. November 2003 - Mehrere Trimarane mussten beim Transatlantikrennen von Le Havre nach Bahia nach Madeira wegen Schäden laufen, das harte Wetter der letzten Tage mit Wind und Böen zwischen 35 und 50 Knoten hat Materialschäden mit sich gebracht. Auch Ellen MacArthur und Alain Gautier auf dem Tri "Foncia" mussten zur Reparatur eine Pause einlegen. An der Spitze aller Klassen (Mono und Multi) haben inzwischen Führungswechsel das Rennen nach Brasilien noch spannender als bisher werden lassen. Bei den Tris jagte Groupama mit zeitweise 30 Knoten Geschwindigkeit an die Spitze.

Groupama, der führende Tri (Foto © Yvann Zedda / www.cammas-groupama.com)

Der italienische Tri TIM mit Giovanni Soldini hat das Rennen aufgegeben. Foncia, Banque Populaire, Bonduelle und Gitana sind nach Madeire zu Reparaturen von Schäden.

 

Bernard Stamm verletzt, Aufgabe

 

Die traurigste Nachricht: Der Schweizer-Franzose Bernard Stamm auf Cheminées Poujoulat Armor Lux muss aufgeben. Stamm leidet unter einem oder gar mehreren Rippenbrüchen. Er flog vor Tagen ! bei einem harten Einsetzen in die Welle gegen das Vorstag, wobei sein Brustkorb derart eingedrückt wurde, das offensichtlich die Rippen brachen. Die Schmerzen konnte er seither kaum mildern wegen der Bootsbewegungen. Jetzt kündigte das Team seinen Rückzug aus dem rennen an und läuft auf die rund 200 Meilen entfernte Insel Madeira zu. Ein Mediziner-Team mit Rennarzt Jean-Yves Chauve wird Stamm in Madeira heute Abend erwarten.

 

Virbac führt die Open60

 

Bei den 18-Meter-Rennern hatte der Brite Mike Golding auf Ecover seit dem Start sieben Tage lang geführt. Doch seit Samstag führen die Franzosen wieder. "Virbac" mit dem aus Nizza stammenden Jean-Pierre Dick (38) und Nicolas Abiven (38), die beide erstmals beim TJV teilnehmen, hatte am Sonntagmorgen einen rechnerischen Vorsprung von 90 Meilen auf "Sill" mit Jourdain/ Thomson (etliche der Skipper haben wir in den vorhergehenden berichten bereits vorgestellt). Dick war gestern hocherfreut: "Wir haben das Boot geradezu angetrieben, trotz des wechselnden Winds hatten wir den Gennacker und zeitweise den Spi oben." Dick segelt ein brandneues Farr-Design mit 500 m2 Segel am 28-Meter-Mast vor dem Wind.

"Ecover" meldete gestern etliche Probleme: Zunächst brach eines der Steuerräder, so dass Thomson am intakten Rohr stand, während Golding das andere reparierte. Am Freitag war das Spi-Fall durchgescheuert, das Riesentuch kam von oben und wickelte sich auch noch um Kiel und Ruder. Trotz nächtlicher Dunkelheit schafften es die beiden Briten, das Tuch in einer Stunden zu zerschneiden. Doch jetzt haben sie nur den "Solent" als Vorsegel, der aber nicht bis zum Masttop hochgeheißt werden kann. Ein zweiter Spi war ebenfalls verloren, als auch dessen Fall durchscheuerte. Golding ließ sich bis zum Masttopp hochheißen (-die sind zu Zweit ....- ), wo der 43-Jährige ein Ersatz-System riggte. Jetzt hoffen beide, die Spitze wieder übernehmen zu können, bevor es in die Passatregion geht.

Meteo-Navigation

"Sill" mit Jourdain / Thomson ist ebenfalls voller Zuversicht: Den rechnerischen Abstand erklärt Thomson mit dem Ost-West-Gefälle: "Sill" steht auf 29 Nord und 25 ° 19 ' West weit (rund 140 Meilen) westlicher als "Virbac" auf 26° 20' Nord und 21°20' West und rechnet sich gute Chancen mit den Passaten aus – denn "Virbac" im Osten käme genau auf die Vorwind-Position, die nicht die Schnellste ist, während "Sill" raumschots segeln könnte.

Team Cowes ist ebenfalls auf westlichem Kurs. Die 28-jährige Sam Davies setzt ebenso wie Jourdain auf "Sill" auf die bald einsetzenden Passate, die sie auf dieser Position in einem besseren Winkel treffen.

60s-Tris : Neue Spitze und Ruderschäden durch Rammings

Der 30-jährige Franck Cammas, Champion der Orma-Tri-Klasse 2001, Gewinner etlicher GPs, steht bereits wieder an der Spitze der noch nicht abgeschlossenen Wertung für 2003. Cammas und sein 40-jähriger Co-Skipper Franck Proffit haben beide breits einmal das Transat JV gewonnen (Cammas war übrigens in 2001 Sieger beim Solitaire du Figaro, der Talentschmiede der Franzosen). Den beiden im Nacken sitzt die Französin Karine Fauconnier mit Damian Foxhall auf "Sergio Tacchini" , die nur 47 Meilen zurückliegt (Sonntag Morgen) (Fauconnier wurde von Seglermagazin.de vorgestellt, siehe Berichte). Die Verfolger wie Desjoyeaux auf "Géant" sind bereits mindestens 20 Seemeilen zurück.

Der italienische Tri TIM mit Giovanni Soldini musste das Rennen aufgeben. Es gab Risse an der Verbindung zwischen Querholm und Schwimmer, das Boot nimmt dort Wasser. Das Englisch-Französische Duo Ellen MacArthur und Skipper Gautier auf "Foncia" muss in Madeira das gerissene Stagsegel erneuern, das in einer 45-Knoten Bö zerrissen war, und das Großfall ersetzen. Banque Populaire (Roucayrol/Bidégorry) muss sein Backbord-Ruder verzichten, es brach in der Samstagnacht. beide hatten versicht, ohne weiter zu segeln, doch jetzt müssen sie nach Porto Santo humpeln.

Auch Bonduelle mit Jean LeCam und Kito de Pavant (Figaristi) müssen vielleicht aufgeben: Sie krachten Samstagnacht in ein Holzstück, wobei das Mittelruder des 18-Meter tris (Breite und Länge !) brach. Nur mit den kleineren Außenrudern lässt sich das Geschoss nicht reaktionsschnell genug steuern. Le Cam hofft, das Rennen nach einer Reparatur wieder aufnehmen zu können. Auch der Tri Gitana muss in Madeira muss wegen technischerProbleme und einem gebrochenen Stag in den Hafen.

Positionen Sonntagmorgen 7 Uhr

(Boot / D zum Ziel / D zum Führenden)

Classement 60-Fuß Multis

1. Groupama – noch 2849 sm

2. "Sergio Tacchini" – 47 sm

3. Géant – 66 sm

4. Belgacom – 67 sm

5. Banque Populaire – 214 sm

6. Foncia – 214 sm

7. Bonduelle – 214 sm

8. Sodebo – 219 sm

9. BayerCropSciences – 220sm

10. Gitana – 224 sm

11. Biscuits la Trinitaine – 229 sm

12. Sopra Group – 305sm

13. Banque Covefi – 583 sm

Open 60 monohulls:

1. Virbac, Jean-Pierre Dick & Nicolas Abiven – 2582 sm

2. Sill, Roland Jourdain & Alex Thomson, 89 sm

3. Ecover, Mike Golding & Brian Thomson 107 sm

4. PRB, Vincent Riou & Jérémie Beyou, 154 sm

5. Team Cowes, Nick Moloney & Sam Davies, 196 sm

6. VMI, Sébastien Josse & Isabelle Autissier, 202 sm

7. Carrefour Prevention, Dominique Wavre & Michèle Paret, 182 sm

8. Arcelor-Dunkerque, Joe Seeten & Eric Dumont, 323 sm

9. Garnier, Patrick de Radiguès & Elie Canivenc, 381 sm

10. Loire Atlantique, Antoine Koch & François Robert, 533 sm

11. 60ème Sud, Didier Munduteguy & Juan-Mari Odriozola, 556 sm

12. Adecco, Bob Escoffier & Servane Escoffier, 627 sm

13. Tir Groupe, Mike Birch & Robert Birch, 752 sm

 

Open 50 Monohulls:

1. Hellomoto, Conrad Humphreys & Paul Larsen, 3170 sm

2. Storagetek, Régis Guillemot & Olivier Salnelle, 51 Sm

3. Defi Vendee Jean-François Durand & Stéphane Chemin, 105 sm

Open50 Multihull:

Mollyhawk 3622 Sm

Aus dem Rennen:

CIMENT ST LAURENT

OBJECTIF 3

PINDAR

ATLANTIC NATURE

LABESFAL

TIM

BranecIII

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