Windstärke 8 – eine besondere und wunderschöne Filmserie
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Das Auswandererschiff »Bremen« auf See (Foto © WDR) |
Kapitän Hanns Temme auf dem Schoner »Bremen« (Original: »Fritdjof Nansen«) ist echt, die Crew ist ebenso echt und mit einem historischen Segelschiff bestens vertraut. Aber die 37 Passagiere haben alle noch nie eine solche Reise erlebt: Aus 5.000 Bewerbern ausgesucht, werden sie vor der Reise über den Atlantik in historische Kostüme gesteckt (in denen 5.000 Arbeitsstunden stecken) und müssen unter den Bedingungen an Bord leben, die 1855 herrschten. Handys abgeben, Uhren ablegen, kein Kontakt mit Zuhause und das heißt auch: Einfaches Essen, Pökelfleisch und an Bord gebackenes Brot. Für die Serie »Windstärke 8« wurde das Schiff zurückgebaut in die Zeit, als es noch kein elektrisches Licht gab und keine Radargeräte. Die Bedingungen an Bord sollten so sein, wie sie 1855 herrschten: Kohlefeuer, Kohleherd, und beengte Verhältnisse.
Das bringt den Smut, den über 60-jährigen Gynäkologen und erfahrenen Hobby-Koch Hans-Peter »Piet« Ammann in Schwierigkeiten: In einer 1,4 mal 1,4 Meter kleinen Kombüse auf einem Holzherd kochen: täglich drei Mahlzeiten für mehr als 40 Leute. Der Mann kann nach etlichen 18-Stunden-Tagen nicht mehr. Und da man gerade mit der »Bremen« wegen eines heftigen Sturms hinter der Isle of Wight Schutz sucht, kommt noch ein Koch an Bord.
Danach erleben Passagiere – und die mehrköpfige Film-Crew an Bord – einen ausgewachsenen Sturm auf See, dem noch zwei weitere im Atlantik und kurz vor New York folgen werden. Harte Lage, ein angebrochenes Vorstag und bei der Lage kommt die See rauschend über die Gangborde.
Der Schoner »Bremen« segelt mit Kapitän Temme wie in alter Zeit, mit Navigation nach Sextant und Kompass. Und wie es auf einer Rah aussieht, erfahren auch die Kameraleute. Allerdings: Im Kanal, in den schwierigen und stark befahrenen Verkehrs-Trennungsgebieten, muss der Kapitän Radar und Funk einsetzen. Ebenso sind Überlebensanzüge an Deck. Aber der Einzige mit einem Satelliten-Telefon ist der Aufnahmeleiter.
Die 1919 gebaute »Fridtjof Nansen« wurde beim Umbau 1991 als Dreimast-Großtoppsegelschoner geriggt mit einer Segelfläche von rund 850 Quadratmetern. Gaffel- und Stagsegel an den drei Masten kennzeichnen die »Fridtjof Nansen« als Dreimastschoner, aber zusätzlich hat das Schiff auch Rahsegel. »Im Unterschied zu herkömmlichen Toppsegelschonern fährt die ›Fridtjof Nansen‹ Rahsegel nicht nur am Schoner-, sondern auch am Großmast. Daraus leitet sich eine weitere geläufige Bezeichnung für diese Schiffskategorie in Kombination von Schrat- und Rahsegeln, nämlich als Jackassbark, ab«, so die »Fridtjof Nansen«-Crew. Auf der Reise, die schließlich statt maximal 60 sogar 70 Tage dauerte, wurden pro Tag im Schnitt 129 Seemeilen mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 5,4 Knoten zurückgelegt.
Drei Jahre hat die Produktionschefin Gabriele M. Walther von der Caligari Film mit Friedrich Steinhardt, der die Idee aus eigener Familiengeschichte gab, und dem Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven sowie dem WDR (Wiel Verlinden, der schon etliche sehr schöne Segel-Filme gedreht hat, steckt natürlich dahinter) die Produktion vorbereitet, und mit ARD und dem Sender Arte sowie der Filmstiftung NRW produziert.
ARD und WDR haben eine eigene Website zu »Windstärke 8« eingerichtet, auf der Sie die komplette Geschichte mit vielen Hintergründen, Fotos und Videos finden: http://www.wdr.de/tv/w8/.
Die Sendetermine (alle Folgen jeweils um 21.45 Uhr in der ARD):
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»Aufbruch«, Montag, 23.05.2005
»Zuflucht«, Mittwoch, 25.05.2005
»Streit«, Montag, 30.05.2005
»Heimweh«, Mittwoch, 01.06.2005
»Hoffnung«, Montag, 06.06.2005
»Ankunft«, Mittwoch, 08.06.2005
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Das Buch zu dieser Sendereihe ist ab sofort erhältlich. Eine DVD wird in Kürze folgen.
Friedrich Steinhardt (Hrsg.): Windstärke 8. Das Auswandererschiff, Köln: VGS-Verlagsgesellschaft, 1. Aufl. 2005, 144 Seiten mit zahlreichen Farbfotos, ISBN 3-8025-3466-2, 14,90 €.


