Zwei deutsche Segler mitten im Atlantik aus Seenot gerettet

21. Juli 2011 - Mit maßgeblicher Unterstützung durch die SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind am Mittwochabend, 20. Juli 2011, mitteleuropäischer Sommerzeit zwei deutsche Segler mitten im Atlantik aus Seenot gerettet worden.

Foto: DGzRS/Junge

Gut 500 Seemeilen (rund 950 Kilometer) west-nordwestlich der Kapverdischen Inseln kam der unter norwegischer Flagge fahrende Massengutfrachter „Spar Gemini“ der unter deutscher Flagge fahrenden Segelyacht „Kalythea“ mit Heimathafen Fuerteventura nach Mastbruch und Wassereinbruch zu Hilfe. Der 75-jährige Skipper und seine 69-jährige Mitseglerin aus Berlin sind nach tagelanger Fahrt mit ihrer havarierten 11,30 Meter langen Yacht wohlauf.

 

Bereits am Sonntag hatten sie auf ihrem Weg von Brasilien zur kanarischen Insel La Gomera offenbar nach Mastbruch einen ersten Notruf abgesetzt. Ein unter griechischer Flagge laufendes Schiff hatte ihn aufgefangen und an die zuständige portugiesische Seenotleitung MRCC Ponta Delgada auf den Azoren weitergeleitet. Die Portugiesen wiederum informierten umgehend MRCC BREMEN der DGzRS über den Notfall der in Deutschland registrierten Yacht. Mangels Satellitentelefon an Bord der Segelyacht war zunächst kein Funkkontakt zu den beiden Deutschen möglich. Die Wachleiter der DGzRS in Bremen kontaktierten deshalb deren Angehörige und leiteten wichtige Informationen (Schiffsdaten, Umfang, Alter und grundsätzlicher Gesundheitszustand der beiden Segler) nach Ponta Delgada weiter.

 

Die unmittelbare Hilfe im Seegebiet – etwa auf halber Strecke zwischen Südamerika und Afrika – gestaltete sich schwierig. In direkter Nähe waren zunächst keine Schiffe, die die havarierte Yacht schnell hätten erreichen können. Schließlich gelang es einem Handelsschiff, ihr Brennstoff zu übergeben. Die Berufsseeleute halfen zudem bei der Bergung des Riggs. „Kalythea“ setzte ihre Fahrt unter Motor fort.

 

Am Dienstagnachmittag deutscher Zeit erhielt die SEENOTLEITUNG BREMEN die Nachricht von einem automatisch ausgelösten zweiten Notruf einer Seenotfunkboje – offenbar nach Wassereinbruch an Bord der „Kalythea“. Noch immer war kein direkter Kontakt zum Havaristen möglich. MRCC Delgada bat den rund 200 Meter langen Frachter „Spar Gemini“, Kurs auf die Yacht zu nehmen. Am Mittwochnachmittag deutscher Zeit barg die Besatzung die beiden unverletzten Segler, versorgte sie mit trockener Kleidung und warmen Getränken. Die kurz vor dem Sinken stehende Yacht musste aufgegeben werden. Die „Spar Gemini“ setzte ihre Fahrt Richtung Brasilien fort und soll dort am Sonntag, 24. Juli, eintreffen.

 

Allein im vergangenen Jahr ist die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS in rund 250 ähnlichen Fällen außerhalb des deutschen SAR- (Search and Rescue) Zuständigkeitsbereiches international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig gewesen.