SRC Funkprüfung: Ab Oktober neue Prüfung

26. August 2007 - Ungeachtet aller Querelen um das UKW-Funksprechzeugnis SRC (Short Range Certificate) werden die Prüflinge ab 1. Oktober andere Aufgaben als bisher lösen. Es wird leichter, meint daher Experte André Wester, Seefunkschule NRW, Düsseldorf, der für Seglermagazin.de die neuen Bedingungen für das UKW-Sprechfunkzeugnis SRC darstellt. Er geht aus seiner Sicht auch auf das in der Diskussion stehende englische SRC vom RYA ein.

Wer als Skipper eine Yacht mit Funkgerät steuert, muss ein Zertifikat dafür vorweisen können. (Foto: Jo Achim Geschke/ www.motoryachten-und-meer.de)

Die neuen SRC-Prüfungsfragen ab Oktober 2007 - es wird etwas leichter!

Wer ab Oktober eine Prüfung zum Short Range Certificate (SRC) machen möchte kann sich freuen. Denn insgesamt ist es dann etwas leichter, an das begehrte  UKW-Funkbetriebszeugnis zu kommen. Insbesondere bei der Übersetzungsaufgabe vom Englischen ins Deutsche bzw. umgekehrt, hat der Prüfling dann nur noch 27 Seefunktexte anstatt bisher 51 zu lernen. Das ist gerade für viele ältere Skipper, die kaum oder keinen Englischunterricht in der Schulzeit hatten, eine deutliche Erleichterung.

Im neuen Prüfungsfragenkatalog werden leider immer noch sehr viele
Abkürzungen abgefragt, an die sich nach einiger Zeit wohl niemand mehr
erinnert, weil sie für die Praxis nahzu unerheblich sind. Die bislang zum
Schmunzeln anregenden Antworten in Sachen Abrechnungswährung für
Seefunktelefonate wurden nun endlich von Goldfranken und
Sonderziehungsrechten auf den seit langem aktuellen Euro umgestellt.

Bislang gab es einige Fragen in Sachen Inmarsat-Seenotfunkbaken. Da das
Inmarsat-E System im Dezember 2006 von der International Maritime
Organisation (IMO) eingestellt wurde, konzentrieren sich die neuen Fragen
auf Seenotfunkbaken des COSPAS-SARSAT und GEOSAR Systems.

Ebenfalls neu hinzu gekommen sind Fragen zu NAVTEX. Seit Ende August 2006
sendet der Sender Pinneberg auch NAVTEX-Meldungen in deutscher Sprache auf
der Frequenz 490 KHz aus. Mit einer Reichweite von ca. 250 bis 400 Seemeilen
können diese Meldungen im Bereich deutscher See- und Küstengebiete empfangen
werden. Um diese aktuellen Entwicklungen wurden die Prüfungsfragen ergänzt.

Kleine Änderungen wurden auch noch vollzogen, weil die ehemalige
Regulierungsbehöre für Telekommunikation und Post (RegTP) jetzt
Bundesnetzagentur heißt. Und - was lange währt wird endlich gut - es gibt
nun auch Fragen zu den sogenannten Kombi-Funkanlagen, die von See- auf
Binnenfunk umgeschaltet werden können. Obwohl es diese umschaltbaren Anlagen
schon mehrere Jahre gibt, hatten die Macher der Prüfungsfragen diesen
Umstand bislang immer ignoriert.

Eine sehr wesentliche Änderung in Sachen Seefunk sollte hier auch noch
einmal angemerkt werden. Ab 01. Oktober 2007 reicht es nicht mehr, wenn
einer der Mitfahrer oder Mitsegler an Bord des Schiffes ein entsprechendes
Funkzeugnis hat. Die Änderungen der Vorschriften dazu (wir berichteten
bereits darüber) wurden ja schon im Herbst 2005 vorgenommen. Ende September
läuft die Übergangsfrist (Schonfrist) ab und jeder Skipper der eine
Funkanlage an Bord hat, muss dann selbst ein entsprechendes Funkzeugnis
vorweisen. Hat er keines, wird er mit einem Bußgeld belegt.


Im Bereich UKW-Binnenfunkzeugnis (UBI) gibt es
keine Änderungen im Oktober. Da bleibt alles wie gehabt.

Die aktuellen Prüfungsgebühren :

SRC 76,20 Euro zzgl. Nebenkosten für den Prüfungsausschuß
UBI 74,91 Euro zzgl. Nebenkosten für den Prüfungsausschuß (entfällt bei
UBI-Ergänzungsprüfung)

Auch wenn das UBI gleich als Ergänzungsprüfung mit absolviert wird, bleibt
der UBI-Gebührensatz der gleiche. Der einzige Vorteil ist, das man nur
einmal die Nebenkosten für die Prüfung (Raummiete, Reisekosten der Prüfer
nach Bundesreisekostengesetz)am Prüfungstag beim Prüfungsausschuß entrichten
muss. Die Höhe der Nebenkosten ist von der Anzahl der teilnehmenden
Prüflinge abhängig, das sich die Kosten auf die anwesenden Prüflinge
aufteilt.


Das englische SRC

An dieser Stelle noch ein Wort zu den englischen SRC-Prüfungen. Jede Schule
würde sich über eine so pragmatische und praxisbezogene Ausbildung auch in
Deutschland freuen. Macht es doch den Lehrern und den Teilnehmern die Sache
sehr viel einfacher - und wahrscheinlich auch preiswerter. Doch bei den in
Deutschland angebotenen Kursen, die nach dem Verfahren des englischen
Seglerverbandes RYA ausgebildet und geprüft werden, ist derzeit Vorsicht
geboten. Nach aktuellen Aussagen des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS)
gelten diese Prüfungen als unzureichend. Die "Crash-Kurse", die mit einer
kurzen Theorieprüfung abschließen, entsprächen nicht den deutschen
Anforderungen zur Prüfung und Teilnahme am internationalen Seefunkdienst. So
könnte es für deutsche Inhaber des englischen SRC noch zu Nachprüfungen
kommen (siehe beigefügte Stellungnahme des BMVBS). Da kann man dann sich
auch gleich nach deutschen Regeln ausbilden und prüfen lassen. Das kostet
weniger Nerven und Geld.





André Wester
Seefunkschule NRW, Düsseldorf
Telefon 0211-6877770

www.seefunkschule-nrw.de
infoseefunkschule-nrw.de